Digitalisierung

envietech2016 – Umwelttechnologie im Focus

DI Christian Holzer und DI Michael Paula, Leiter der Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Foto:Fuchs

Rund 100 Tagungsteilnehmer kamen zur Fachveranstaltung envietech2016 und wurden mit spannenden Vorträgen aus dem Bereich Umwelttechnologie informiert. Fazit: Umwelttechnologie „made in Austria“ ist weltweit gefragt und ein absoluter Jobgarant. 2015 erwirtschaftete die Sachgüter produzierende Umwelttechnik-Industrie mit rund 31.000 Beschäftigten einen Umsatz von 9,7 Mrd. Euro.

DI Christian Holzer, Leiter der Sektion Abfallwirtschaft, Chemiepolitik und Umwelttechnologie im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft begrüßte als Veranstalter die Teilnehmer dieser Tagung. Holzer verwies auf die Spitzenposition österreichischer Unternehmen  bei Luft- und Klimaschutztechnologien und meinte wegweisend: „Jeder neue Beschäftigte in einem produzierenden Unternehmen der Umwelttechnik-Industrie schafft annähernd zwei zusätzliche Arbeitsplätze in anderen Bereichen der österreichischen Volkswirtschaft.“

 

DI Dr. Johannes Laber von der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) und Gastgeber der envietech2016 präsentierte Kennzahlen, die beispielhaft für das Jahr 2015 waren: In der Siedlungswirtschaft förderte die KPC 2.000 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 600 Mio. €, in der Umweltförderung wurden 4.000 Projekte mit 470 Mio. € unterstützt und in die Sanierungsoffensive flossen 500 Mio. € in 16.000 Vorhaben.

 

Die Entwicklung der österreichischen Umwelttechnik-Industrie

DDr. Herwig W. Schneider vom IWI – Industriewissenschaftliches Institut kam in seinem Vortrag auf die Bedeutung der Ö.Umwelttechnik-Industrie zu sprechen und führte dabei das dynamische Wachstum bis 2015 an: So wuchs der Umsatz von 2011 (8,2 Mrd. €) bis 2015 auf 9,7 Mrd. €. Ähnlich die Beschäftigtenstruktur, die von 28.605 (2011) auf 31.079 (2015) Beschäftigte stieg. Schlüsselfaktor der Unternehmen ist der Sektor Forschung, Technologie und Innovation (FTI). So konnten zwei Drittel (66 %) der Betriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Innovationsaktivitäten steigern, bei einem guten Drittel ist in den letzten drei Jahren die Zahl der Beschäftigten gestiegen. Stark auch die Exportperformance: 94 % der exportaktiven Unternehmen sind in den EU-Staaten aktiv und eine starke Wachstumsdynamik verzeichnet der asiatische Raum mit einer Vergrößerung der Marktanteile von 50% bezogen auf die Unternehmen. Abschließend sprach Dr. Peter Biermayr  von der TU Wien über Erneuerbare Technologien und stellte ernüchternd fest, dass Öl- und Gaspreise starke Hemmnisse für die Entwicklung sind und der Sanierungsmarkt einfach nicht in Schwung kommt. Biermayr: „Erneuerbare Energien und Klimaschutz sind zum Teil keine vorrangigen politischen Themen.“

Danach folgte eine Podiumsdiskussion.

Im Anschluss daran referierten Dr. Manfred Stadlbauer (Economica Institut für Wirtschaftsforschung) über „Innovationsdynamik“ und Mag.a Gerlinde Pöchhacker-Tröscher (Pöchhacker Innovation Consulting GmbH) über „Grüne Gazellen – Erfolgsrezepte für Wachstum in der Umwelttechnik“. Sie meinte: „Gazellen sind schnellwachsende Unternehmen und nur ein kleiner Teil entwickelt sich zu Großunternehmen, aber diese Gazellen schaffen zwei Drittel aller neuen Arbeitsplätze.“ Laut Defination erarbeiten Gazellen 100 % Umsatzwachstum in vier Jahren. Beispiele für Gazellen sind Unternehmen wie AAT Biogas Technology, Gugler Technology for Hydropower Plants, Lumitech (forschungsorientierter Betrieb im Bereich LED-Technologie sowie qpunkt, ein Engineering-Unternehmen im Bereich Thermomanagement, um nur ein paar zu nennen. In der anschließenden Podiumsdiskusssion wurde über künftige Herausforderungen & Rahmenbedingungen für erfolgreiche Umwelttechnologieunternehmen diskutiert. Interessant dabei die Ausführungen von Ing. Bernhard Puttinger, Green Tech Cluster Styria, der von steigenden Wachstumsinitiativen ausserhalb Europas sprach, von steigendem globalem Mitbewerb und Kostendruck sowie kürzeren Innovationszyklen bei gleichbleibenden F & E Mitteln. Das Schlußstatement kam von DI Andreas Tschulik, Leiter der Abteilung „Betrieblicher Umweltschutz und Technologie“ im BM für Land- und Fortwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, der meinte, dass der Motor der Umwelttechnologie ordentlich brummt und die künftige Schwerpunktförderung von Innovationen im Mittelpunkt steht.

Auf der Website www.cleaner-production.eu kann man die Tagungsunterlagen bequem downloaden.

Text und Foto: Eberhard Fuchs


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