Abfall & Recycling

Spitzentechnologie aus Österreich

Christian August
Im Bild von links: Markus Gumplmayr(Außenwirtschaft Austria), WKO-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Kollerund IFAT-Chef Christian Rocke.
Christian August

Mit 18 voll besetzten Hallen und einer riesigen Freifläche war die IFAT eine bedeutende Präsentationsmöglichkeit für österreichische Umwelttechnologie-Unternehmen. „Umweltschutz“ war vor Ort und holt einige vor den Vorhang.

Mehr als 120 österreichische Aussteller waren gekommen und starteten hoffnungsvoll in die IFAT. Einige haben sich unter dem Dach der WKO Außenwirtschaft zusammengefunden, die eine kostengünstige Teilnahme vor allem für kleinere Unternehmen bot. In der Halle A4 erstreckt sich die weithin am „A“ erkennbare Ausstellungslinie der Produkte „Made in Austria“.


Clevere Reinigung. Dabei war etwa die Firma AC Rädler mit ihrer patentierten RTC-Reinigungsmethode für Wärmeüberträger, vertreten durch Eigentümerin Sigrun Rädler und ihren Sohn Armin Saeidiani-Rädler. „Wir sind zum ersten Mal bei der Messe vertreten, die Unterstützung durch die Außenwirtschaft hat das erleichtert“, sagte Sigrun Rädler. Wie wohl alle Aussteller hofften die Rädlers auf gute neue Kundenkontakte. Zu recht, denn schließlich rechnet man auf dieser Messe fast nur mit Fachpublikum. Ein wichtiger Aspekt war für Armin Rädler auch die Marktbeobachtung: „Es ist spannend, mal zu schauen, was die anderen so machen und welche neuen Ideen es gibt.“ Apropos Ideen: Haben die Rädlers Angst davor, dass ihre patentierte Technik abgekupfert werden könnte? „Eigentlich nicht“, sagt Armin Rädler, „letztlich ist es doch so, dass der, der ein Produkt oder eine Technik als erster auf den Markt bringt und ständig weiterentwickelt, die Nase vorne behält.“


Entsorgungstechnik. Einen größeren Auftritt in Halle A5 lieferte das oberösterreichische Unternehmen Pöttinger Entsorgungstechnik. In Gruppen erlebten die Fachbesucher die Präsentation der Pöttinger-Produkte wie Presscontainer. Einen Schwerpunkt setzte das mittelständische Unternehmen – mit 60 Mitarbeitern wird in Grieskirchen gewerkt, die Stahlgehäuse werden mit 180 Mitarbeitern in der Slowakei gefertigt – zuletzt im Bereich der Digitalisierung. „Smarte Abfallentsorgung mit Falconic“ war das Motto auf der IFAT. Das neue entwickelte Steuermodul für Presscontainer ermöglicht es, alle Abläufe für den Containerpool eines Unternehmens online zu steuern und zwar von der Entleerung bis zur Wartung, was den Container-Einsatz effizienter und kostengünstiger macht.


Müllpressen für den flexiblen Einsatz. Die Firma Werner & Weber mit Sitz in Wien Simmering ist im selben Segment tätig wie Pöttinger: Müllpressen und Presscontainer. Werner & Weber stellt sowohl stationäre als auch mobile Müllpressen her und zeigte seine neuesten Produkte auf der IFAT 2018.
Globaler Player Andritz. Repräsentativ der Stand der Andritz AG mit Hauptsitz in Graz. Die weltweit agierende Andritz-Gruppe macht knapp sechs Milliarden Euro Umsatz und arbeitet an 250 Standorten in 40 Ländern. Andritz bietet für verschiedene Industrien und Produkte die geeigneten Technologien und Servicelösungen an – und das für gut zwei Dutzend Industriesparten. Bei der IFAT war Andritz mit den Sparten Pumpen und Hydro vertreten. Highlight des Stands ist der Weg zum „Internet of People“, mit dem Andritz die digitale Vernetzung durch Sensoren in den Pumpen und den Einsatz von Virtual Reality vorantreibt.


Schutz für Recycling-Anlagen. Ein weiterer globaler Player aus Österreich war das für seine Feuerwehrfahrzeuge bekannte Unternehmen Rosenbauer. Auf der IFAT präsentierte Rosenbauer stationäre Anlagen für den Feuerschutz bei Recycling-Anlagen bzw. Lagerhallen und dergleichen, sie sind auch für Gefahrenstofflager geeignet. Dabei geht es nicht nur um ein Alarmsystem: „Wir bieten vollautomatische Löschanlagen“, erklärt Gebietsverkaufsleiter Harald Muckenhuber. „Eine Infrarot-Kamera scannt die Oberflächen und bei einer bestimmten Temperaturüberschreitung wird automatisch genau dieser Bereich gelöscht.“ Also eigentlich noch bevor es wirklich brennt. Die Löschmittel – Wasser und Schaum – sind biologisch abbaubar. Rosenbauer ist mit diesen Systemen nach eigenen Angaben führend.
Familienbetrieb geht auch. Spannend zu sehen, dass sich im Umwelttechnologiebereich auch die „Kleinen“ durchsetzen können. Ein Paradebeispiel war „Wagner – die Shredder Companie“. Im Familienbetrieb aus dem Südburgendland arbeiten 13 Mitarbeiter inklusive Brüdern, Onkeln und Tanten (oder so). Die Wagners sind Spezialisten für die Produktion von Einwellen-/Zweiwellenshreddern, PET-Perforatoren, Reifentrennern und Ballenauflösern. Mit der dabei eingesetzten prämierten Technologie, vermeldet Geschäftsführer Andreas Wagner, sei man weltweit gefragt und konkurrenzfähig.


Schuttabfuhr digital managen. Die Saubermacher-Tochter pink robin gmbh präsentierte Waste Management 2.0 speziell für Baufirmen. Die junge Truppe hat eine App entwickelt, mit der Bauschutt „on demand“ mit ein paar Clicks entsorgt werden kann. Neben der App steht zusätzlich ein praktisches Webportal zur Verfügung. Sämtliche Informationen, wie etwa Bestellungen, Baustellendetails inkl. Entsorgungskosten, Lieferscheine, Fotos, u.v.m, werden ebenfalls in Echtzeit bereitgestellt. Ganz ohne Aufwand behält man so in der Zentrale immer den Überblick und hat alle wichtigen Steuerungskennzahlen auf Knopfdruck parat. Unter www.wastebox.at steht ein ähnlicher Service auch für Privatkunden zur Verfügung.


Green Machines.
Saubere Städte ohne CO2-Belastung war das Thema von Green Machines. Das Unternehmen hat es sich bereits vor Jahren zum Ziel gesetzt, mit effizienten und durchdachten Kehr-Saugmaschinen einen entscheidenden Beitrag für saubere Städte zu leisten. Mit den elektrisch betriebenen Zero-Emission-Modellen zeigte Green Machines die neuesten Ergebnisse dieser Entwicklungsarbeit auf der IFAT. Green Machines International sitzt in Neumarkt am Wallersee.
Zufriedene Gesichter. Zum Abschluss des Österreich-Auftritts lud die Außenwirtschaft Austria zur Party. IFAT-Chef Christian Rocke ging zufrieden lächelnd durch den Abend: „Wir haben mehr Besucher und eine höhere weltweite Beteiligung sowohl bei Ausstellern als auch Fachbesuchern.“ Die Vergrößerung der Ausstellungsfläche und die neue Themenanordnung hätten gegriffen und den Besuch für die Gäste komfortabler und übersichtlicher gemacht.
Markus Gumplmayr von der Außenwirtschaft Austria eröffnete den Abend mit der Ansage, dass schon jetzt so viel Interesse vorhanden sei, dass die nächste Messebeteiligung mit noch mehr Ausstellern am gemeinsamen Austria-Stand stattfinden werde (heuer waren es schon 34). Weiters kündigte der Projektleiter von Außenwirtschaft Austria auch weitere Beteiligungen bei Umwelttechnologiemessen in Eurasien und/oder Afrika an.
Die volle Unterstützung dafür betonte WKO-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller. Sie sprach auch aus ihrer Erfahrung als ehemals bei Messen ausstellende Unternehmerin die Bedeutung dieser internationalen Auftritte für innovative österreichische Unternehmen an.
Nach einem kurzen „offiziellen“ Teil feierten mehrere Dutzend Aussteller, Gäste und Kunden bis in den späteren Abend bei Live-Musik, delikaten Schman­kerln und österreichischem Bier. Und das ausgerechnet in Bayern.


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