Mobilität

Königsklasse der virtuellen Entwicklung

Beim „Virtual Vehicle“, dem Forschungszentrum für Mobilität in Graz, arbeitet man an den Fahrzeugen von morgen.

„Industriepartner schätzen unsere breite Kompetenz in der Fahrzeugentwicklung und die Expertise in den einzelnen Fachgebieten“, kann Jost Bernasch, Geschäftsführer des „Virtual Vehicle“, berichten. „Dieses Alleinstellungsmerkmal stärkt die Brücken zwischen universitärer Forschung und industrieller Entwicklung, welche wir im Sinne des Comet-Programmes*) umgesetzt haben“. Mehr als 200 Experten arbeiten seit zehn Jahren in Graz  in den Bereichen der virtuellen Gesamtfahrzeugentwicklung, der übergreifenden Simulation, der funktionalen Typenerprobung und der Validierung von neuen Konzepten und Methoden. Ziel sind leistbare, umweltfreundliche und sichere Fahrzeugkonzepte für Straße und Schiene und Luftfahrt.  Zu den industriellen Forschungs-Partnern zählen namhafte Fahrzeughersteller wie Audi, BMW, MAN, Porsche, Renault, Volkswagen sowie Siemens und die weltweit wichtigsten Zulieferer der Industrie. In Kooperation mit der TU-Graz steht für die Forschungsarbeiten eine breite und an einem Standort konzentrierte Test- und Prüfstandinfrastruktur zur Verfügung. Das Forschungsvolumen für die kommenden fünf Jahre beläuft sich auf mehr als 100 Millionen Euro.

Der Einsatz computerbasierter Simulationen in Kombination mit intelligenten Komponententests bringt einen entscheidenden Kosten- und Zeitvorteil in der Fahrzeugentwicklung. Es setzt aber auch ein Verständnis des Gesamtfahrzeuges voraus. Das Verknüpfen aller notwendigen Simulationen zur Systemsimulation hat sich als „Königsklasse“ der virtuellen Entwicklung herausgestellt. Ein Beispiel für die Forschungsarbeit ist das „Mensch-Modell“. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Fahrzeugsicherheit der TU-Graz hat „Virtual Vehicle“, eine Methode entwickelt, die es Crash-Test-Dummies ermöglicht, Sekunden vor dem Aufprall eine Körperhaltung einzunehmen, die der eines Menschen nahekommt. Dadurch wird eine bessere Entwicklung im Sicherheitsbereich schon in frühen Entwicklungsphasen möglich.

Weitere Forschungsfelder betreffen das Aufspüren von Lärm- und Vibrationsquellen etwa beim Einsatz von Leichtbau-Werkstoffen, das Verhalten von Materialkombinationen etwa von Aluminium. Magnesium, hochfesten Stählen, Karbon, Glasfaserverbundstoffen oder Sandwich-Compounds. Unter anderem hat man einen Metallschaum entwickelt, der es in der Anwendung einer Ölwanne ermöglicht, Lärm und Vibrationen bei Nutzfahrzeugen stark zu reduzieren. Und in einer anderen Abteilung arbeitet man an dem EU-Projekt E-Vectoorc (Electric Vehicle Control of individual wheel Torque for On- and Off  Roads Conditions). Jost Bernasch: „Ein zentrales Entwicklungsziel ist der Entwurf eines echtzeitfähigen Optimierungsverfahrens, welches erstmals die direkte Verbindung der Systeme Energiemanagement und Fahrdynamikregelung im Fahrzeug ermöglicht“.

Hermann Steffan, der wissenschaftliche Leiter der Kompetenzzentrums: „Wir erreichen mit der Verknüpfung von Versuch und Simulation in der Entwicklung sehr früh eine hohe Güte an Aussagekraft.  Erst wenn die Eigenschaften neuer Werkstoffe unter allen relevanten Bedingungen darstellbar sind, lassen sich die Materialien in der technischen Entwicklung einsetzen“.

 

*) COMET (Competence Centers for Excellent Technologies) wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend getragen. Es soll eine Forschungskooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft nachhaltig bündeln und so den Forschungsstandort Österreich im globalen Wettbewerb forcieren.

 


Die Photovoltaiktechnologie ist marktfähig geworden. Ein Gespräch mit dem PV-Experten Hubert Fechner über Solarzellenfoschung, Speichertechnologie –...

Weiterlesen

Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) ließ die Köpfe rauchen. Herausgekommen ist ein schlankes, aber umso gehaltvolleres...

Weiterlesen

Viele Menschen – auch Expertinnen und Experten – sehen den letzten Sommer als erlebbaren Beweis für die globale Erwärmung und die dadurch ausgelöste...

Weiterlesen

Zweifel an der ökologischen Sinnhaftigkeit von Elektromobilen können schon diskutiert werden. Ein Faktencheck des Klima- und Energiefonds gemeinsam...

Weiterlesen

Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen und eine Basis für das soziale Zusammenleben. Daraus resultiert der Verkehr von Personen und Waren. Er...

Weiterlesen

Technologieentwicklung und Digitalisierung tragen zur Lösung von Klimaproblemen bei. Warum das aber nicht reicht und es einen grundlegenden Wandel des...

Weiterlesen

AIT betreibt Spitzenforschung in Österreich.

Weiterlesen

Die ARA hat den „Circular Innovation Award“ ins Leben gerufen.

Weiterlesen

ARA und das Magazin „Umweltschutz“ hatten zum 21. Mal zum Preis „Beste/r Abfallberater/in“ des Jahres eingeladen.

Weiterlesen

Mit 18 voll besetzten Hallen und einer riesigen Freifläche war die IFAT eine bedeutende Präsentationsmöglichkeit für österreichische...

Weiterlesen

Abonnement und Mediadaten

Sie wollen das österreichische Fachmagazin für Umweltschutz kennen lernen?
Sie wollen sich über Erscheinungstermine, Schwerpunkte und Werbemöglichkeiten informieren?

Hier sind Sie richtig.  

Abonnement

Mediadaten