Mobilität

Elektroautos: Die bessere Ökobilanz

Fotolia/Petair
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Zweifel an der ökologischen Sinnhaftigkeit von Elektromobilen können schon diskutiert werden. Ein Faktencheck des Klima- und Energiefonds gemeinsam mit dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hat eine ernsthafte Grundlage geschaffen.

Unbestritten ist, dass Elektromotoren leise arbeiten und lokal abgasfrei sind. Damit reduzieren sie neben Verkehrslärm auch die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide (NOx). Allerdings ist der Beitrag von E-Fahrzeugen zur Reduktion der Treibhausgase stark davon abhängig, mit welchen Energieträgern der Strom davor produziert wurde.
„Eine komplett emissionsfreie Mobilität können auch Elektroautos nicht leisten“, beschreibt Studienautor Georg Günsberg die Faktenlage. Die „graue Energie“, die in der Produktionskette von Elektrofahrzeugen anfällt – etwa durch die Rohstoffgewinnung und Herstellung von Stahl oder Aluminium für die Akkus –, sei mitunter höher als jene, die in konventionellen Kfz steckt.

Um Faktor neun besser. Berücksichtigt man den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge inklusive Batterieproduktion, verursachen Elektrofahrzeuge gegenüber fossil betriebenen Kfz um 70 bis 90 Prozent weniger CO2. Während der reine Elektroantrieb, betrieben mit 100 Prozent Ökostrom, über den Fahrzeuglebenszyklus nur ca. 20 Gramm CO2 pro Personenkilometer verantwortet, emittiert der durchschnittliche Benziner und Diesel mit rund 175 Gramm CO2 pro Kilometer fast neun Mal soviel.
Dazu kommt: Dieselfahrzeuge haben im Ökobilanz-Vergleich nicht nur die höchsten NOx-Emissionen, sondern stoßen den Großteil davon im täglichen Fahrbetrieb aus. Die NOx-Emissionen von E-Pkw resultieren im Wesentlichen aus der Stromproduktion. Lediglich die (elektrifizierte) Bahn verursacht im Vergleich verschiedener Antriebe weniger Emissionen als das E-Auto.

Weniger Gesundheitsbelastung. Ulla Rasmussen vom VCÖ bestätigt: „Der Verkehrssektor ist für 80 Prozent des österreichischen Erdölverbrauchs verantwortlich. E-Autos bieten eine umweltverträglichere Alternative, wenn der Anteil erneuerbarer Energie erhöht wird und eine echte Mobilitätswende eingeleitet wird. Österreich ist hervorragend geeignet, die deutlich bessere Ökobilanz im Vergleich zum Verbrenner auszunutzen. Zudem reduzieren Elektromotoren auch den Verkehrslärm und die Gesundheitsbelastung durch gefährliche Schadstoffe wie Stickoxide.“

E-Auto als Wirtschaftstreiber. Nicht zu vergessen: Österreichs Industrie ist stark im Automotive-Geschäft, vor allem als Zulieferer. Hier den Trend zum E-Auto zu verpassen, wäre fatal. Zahlreiche Unternehmen profitieren zum Beispiel als Batterie-Entwickler oder Zulieferer von Hightech-Kabeln und Informationstechnologien bereits jetzt vom Trend zum E-Auto.
Laut einer E-MAPP-Studie aus dem Jahr 2016 zur heimischen Produktion durch E-Mobilität können bis 2030 insgesamt bis zu 33.900 Jobs entstehen und 3,1 Milliarden Euro an Wertschöpfung in Österreich generiert werden. Zusätzlich kann der Ausstieg aus dem fossil betriebenen Auto Milliardeneinsparungen bei den Energieimporten bringen. E-Fahrzeuge, die konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ersetzen, tragen außerdem zur Reduktion von CO2-Vermeidungskosten und durch reduzierte Schadstoffe zu geringeren Gesundheitskosten bei.


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