Markt & Menschen

Wiener Umweltpreise 2017: Ökologische Verantwortung im Vordergrund

 Foto: PID / Christian Houdek
Stadträtin Ulli Sima mit den diesjährigen GewinnerInnen des Umweltpreises. In der Mitte Sektionschef Christian Holzer.
Foto: PID / Christian Houdek

Seit mehr als 10 Jahren vergibt die Stadt Wien gemeinsam mit der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 im Rahmen des betrieblichen Umweltförderprogramms OekoBusiness Wien den Umweltpreis.

„Die Träger unserer Umweltpreis-Auszeichnung zeigen eindrucksvoll, wie weit ökologische Verantwortung geht. Denn Umweltschutz endet nicht im eigenen Unternehmen, sondern bedarf einer immer stärkeren Einbeziehung des betrieblichen und gesellschaftlichen Umfelds. Dazu braucht es Innovation, Erfindergeist und Mut, aber vor allem auch eine ordentliche Portion Überzeugungskraft – genau dazu möchte ich allen PreisträgerInnen herzlich gratulieren“, so Ulli Sima, Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke bei der Verleihung der Wiener Umweltpreise.

Die Umweltpreis-Gewinner:

·       MAM Babyartikel mit „Babyflaschen gegen die Klimaerwärmung“

·       Boehringer Ingelheim mit „Mobilitätskonzept Standorterweiterung“

·       Gartenbaukino mit „#kinodenktweiter: Initiative für ein nachhaltiges Kino“

·       SIEDLUNGSUNION – Wohnpark Süßenbrunnerstraße mit „Der Weg des Wassers – Regenwassermanagement im Wohnbau“

 

„Die tollen Projekte zeigen auch heuer wieder, dass sich ökologisches Engagement mehr als nur ökonomisch bezahlt macht. Die ausgezeichneten Projekte tragen allesamt zu einer besseren Lebensqualität bei, indem sie Ressourcen erhalten, negative Umweltauswirkungen minimieren oder teilweise ausgleichen und mehr Bewusstsein schaffen. Mit der Auszeichnung wollen wir die nachhaltigen Bemühungen und das Wirken anerkennen und eine Anregung für potenzielle NachahmerInnen schaffen“, so Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22.

Die vier Preisträger im Detail

„Das Projekt von MAM Babyartikel ist beispielgebend dafür, dass ein Unternehmen unter Einbeziehung seines gesamten Umfeldes die größten Erfolge im Bereich Nachhaltigkeit erzielen kann“, zeigt sich Ulli Sima beeindruckt. „Für mich und die Jury war klar, dass das die Zukunft verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns ist und entsprechend gewürdigt werden muss.“ Als Ergebnis einer Wesentlichkeitsanalyse hat MAM mit der Neuentwicklung einer Babyflasche begonnen, um den größten Umweltauswirkungen in der Nutzungsphase entgegenzuwirken. Denn hier entstehen 98 Prozent der CO2 Emissionen. Die neue, selbststerilisierende Babyflasche mit patentiertem Ventilsystem verhindert das Entstehen von Unterdruck und senkt damit das Auftreten von Koliken. In nur drei Minuten kann die Flasche in der Mikrowelle keimfrei gemacht werden. Dieser Erkenntnisgewinn wird auch entsprechend anschaulich an die ProduktnutzerInnen kommuniziert, die mit dem CO2-Rechner auf der MAM-Website ihre Energiekostenersparung ausrechnen können. Entwickelt wurde das Produkt des Weltmarktführers in der Unternehmenszentrale in Wien.

„Wie ein Kino über verkaufte Tickets hinaus weiterdenkt und mehr wird als ein Ort für kurzweilige Unterhaltung, beweist das Gartenbaukino Wien mit seiner Initiative #kinodenktweiter, bei der die Einbeziehung des Publikums eine wesentliche Rolle spielt. Die inhaltliche Auseinandersetzung durch Schwerpunktabende, wo in Filmen und Veranstaltungen das Thema ,nachhaltiges Leben‘ aufgegriffen wird, macht die Entuziasm KinobetriebsgmbH zum wichtigen Impulsgeber innerhalb der Wiener Kulturszene und auch für zahlreiche KinobesucherInnen“, erklärt Dr. Kari Kapsch, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien, die Begründung der Jury.

„Mit dem umfassenden Ansatz für das Regenwassermanagement im neu errichteten Wohnpark Süßenbrunnerstraße schafft die Siedlungsunion eine umfassende Win-Win-Situation“, so DI Christian Holzer, Sektionsleiter im Umweltministerium. „Es wird nicht nur das gesamte anfallende Regenwasser mit positiven Auswirkungen auf die Grundwassersituation und das Mikroklima versickert und verdunstet, es ist auch ein vielfältiger Lebensraum im unmittelbaren Wohnumfeld entstanden, der die Bedeutung des Wasserkreislaufs für alle BewohnerInnen erlebbar macht.“

„Das Konzept von Boehringer-Ingelheim überzeugt durch sein umfassendes Mobilitätsverständnis, seine klare und ambitionierte Zielsetzung für den Ausbau der Nutzung des öffentlichen und des nicht motorisierten Individualverkehrs sowie durch seine Breite an Maßnahmen“, so Rudi Kaske, Präsident der Arbeiterkammer Wien, der den Umweltpreis an Boehringer Ingelheim überreicht hat. „Besonders hervorheben möchte ich außerdem die Kooperation mit den MitarbeiterInnen sowie allen relevanten Stakeholdern im Themenumfeld, ohne die ein solches Konzept nicht umsetzbar wäre.“


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