Abfall & Recycling

Phosphor aus Klärschlamm

Die bisher durchgeführten halbtechnischen Versuche haben gezeigt, dass sich rund 60 Prozent des im Zentratwasser vorliegenden Phosphors recyceln lassen. Bezogen auf den Gehalt im Kläranlagenzulauf entspricht dies einer Rückgewinnungsrate von bis zu 12 Prozent.Foto: GFM Beratende Ingenieure GmbH

Kristallisationsverfahren produziert reinen Phosphat-Dünger und spart Kosten. Umweltschonende Anlage in Neuburg an der Donau wird bis 2018 fertiggestellt.

Die Stoffströme der kommunalen Kläranlagen in Deutschland bergen ein großes Rückgewinnungspotential, da die Klärschlämme circa 60.000 MgP/a beinhalten; ein Wert, der laut DWA circa 48 Prozent der jährlichen Importe von mineralischem Phosphatdünger entspricht. Bislang gestaltete sich das Recycling jedoch sehr aufwändig und wurde daher noch nicht großtechnisch umgesetzt – obwohl dies aus politischen und ökologischen Gründen durchaus sinnvoll wäre. Die Stadt Neuburg an der Donau hat sich nun entschieden, Phosphor mittels einer Kristallisationsanlage zu recyceln. Das Projekt, für das die GFM Beratende Ingenieure GmbH die Vorplanung übernommen hat, spart 60 Prozent Phosphat aus dem Prozesswasser der kommunalen Kläranlage sowie viel Energie ein und wurde mit dem Abwasser-Innovationspreis 2016 des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz ausgezeichnet. Bis 2018 soll der Bau fertiggestellt sein, der notwendige Reaktor lässt sich dabei ohne Probleme in den regulären Kläranlagenbetrieb integrieren.

 

Mehr zu dem Thema in Umweltschutz Nr. 2, Erscheinung 02.05.2017


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