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ENERGIE DETAILS
Neue Stromrechnung:
jetzt noch transparenter
Foto: Creative Collection
Elektrizitätswirtschaft präsentiert Muster-Stromrechnung


(Noch) mehr Übersichtlichkeit, Transparenz und Vergleichbarkeit – Anregungen der Wettbewerbsbehörden eingearbeitet – E-Wirtschaft hält trotz Wirtschaftskrise an Investitionsprogramm fest - bei Anspringen der Konjunktur „jede zusätzliche Kilowattstunde“ nötig

(Wien, 15.07.2009) Seine Muster-Stromrechnung stellte heute der Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) bei einer Pressekonferenz in Wien vor. Das Muster wird nun von allen 135 Mitgliedsunternehmen übernommen, die den größten Teil der österreichischen Stromkunden bedienen. VEÖ-Präsident und Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber betonte, auch bisher seien die Stromrechnungen rechtskonform gewesen. Nun aber würden diese noch transparenter und leichter verständlich. Die Kunden könnten künftig auf einen Blick erkennen, wie viel sie für ihre elektrische Energie insgesamt bezahlen, wie hoch die Teilbeträge sind, wie die Rechnung zustande komme wie viel der Strom zu welchem Zeitpunkt kostet und wie hoch der Anteil der Steuern und Abgaben an den Gesamtkosten ist. „Weil sich die gesamte E-Wirtschaft zu diesem Modell bekannt hat, wird es zudem eine sehr einfache Vergleichsmöglichkeit zwischen Angeboten geben“, ergänzte Anzengruber. Nicht sinnvoll sei eine getrennte Rechnungslegung für Energie und Netz. Dies „würde nur mehr Verwirrung stiften“, sagte der VEÖ-Präsident.

Anregungen eingearbeitet

Die neue Stromrechnung besteht aus einem Deckblatt, das eine Übersicht über die Kosten und ihre Zusammensetzung bietet, einer Seite mit Begriffserklärungen, sowie einer Detailrechnung, in der sämtliche Faktoren minutiös aufgelistet sind. VEÖ-Generalsekretärin Barbara Schmidt konstatierte, die E-Wirtschaft habe ausführliche Gespräche mit den Wettbewerbs- und Marktregulierungsbehörden geführt und deren Anregungen eingearbeitet. Ab 2010 sollten die Jahresabrechnungen sämtlicher VEÖ-Mitglieder im Wesentlichen das Aussehen der Musterrechnung haben. Ein Ansichtsexemplar ist auf der VEÖ-Website zum Download verfügbar.
Nicht in Erfüllung gehen dürfte der Wünsch Anzengrubers, das Thema Stromrechnungen damit erledigt zu haben. Der Geschäftsführer der Marktaufsichtsbehörde E-Control, Walter Boltz, sprach in einer Aussendung zwar von einem Schritt in die richtige Richtung und lobte, der Entwurf biete „jedenfalls mehr Transparenz und Übersichtlichkeit.“ Letztere wiederum bedeute eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote, was den Wettbewerb erleichtere. Boltz forderte jedoch, die E-Wirtschaft solle die Rechnungen bereits über den Sommer umstellen und „ab Herbst nur mehr optimierte Rechnungen“ versenden. Und dies, so der Regulator, solle auch für den Gasbereich gelten – für den die Elektrizitätswirtschaft freilich nicht zuständig ist. VEÖ-Generalsekretärin Schmidt hatte bei der Präsentation der Musterrechnung allerdings bereits festgestellt, ein Einarbeiten des Gasbereichs sei grundsätzlich möglich. Seitens der Gaswirtschaft liegt bis dato keine Stellungnahme vor.
Transparente Rechnungen gelten auch als wesentlicher Beitrag, um die effiziente Verwendung von Energie zu fördern und dauerhaft im Bewusstsein zu verankern. Laut Basispapier zur in Erarbeitung befindlichen Energiestrategie ist es unverzichtbar, den Endenergiebedarf in Österreich ab 2020 bei etwa 1.100 Petajoule (308 Tetrawattstunden) zu stabilisieren.

Antizyklisch investieren

Am Rande der heutigen Pressekonferenz äußerten sich Anzengruber und Schmidt zu weiteren aktuellen energiewirtschaftlichen Themen. Anzengruber sagte, die Wirtschaftkrise wirke sich auch auf den Strombedarf aus. Im ersten Quartal sei ein Rückgang um etwa drei Prozent zu verzeichnen gewesen, im April jedoch bereits einer um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch für das Gesamtjahr rechnet Anzengruber mit einem Bedarfsrückgang um etwa zehn Prozent. Dieser spiele sich mit minus 13 Prozent vor allem im Bereich der produzierenden Industrie ab. Bei den Haushalten sei – erwartungsgemäß – kaum ein Rückgang zu verspüren. Auswirken werde sich der Bedarfsrückgang auch auf den Umsatz und den Gewinn der Branchen, sagte Anzengruber. Konkrete Zahlen hierzu nannte er nicht.
Der VEÖ-Präsident fügte hinzu, trotz dieser Tatsachen stehe die E-Wirtschaft unverändert zu ihrem Investitionsprogramm, das sich auf insgesamt rund 13 Milliarden Euro beläuft: „Wir können antizyklisch investieren, und das, ohne staatliche Mittel zu benötigen.“ Und dies sei auch notwendig, betonte Anzengruber: „Wenn der Aufschwung wieder einsetzt, werden wir jede zusätzliche Kilowattstunde brauchen.“ Generalsekretärin Schmidt verwies im Zusammenhang mit dem Investitionsprogramm auf die kürzlich vom Parlament beschlossene Novelle zum Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Gesetz). Sie sprach von einem „guten Kompromiss.“ Die E-Wirtschaft sei zuversichtlich, dass damit Verfahren „in schicklicher Frist“ abgewickelt werden könnten.

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