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ABFALL DETAILS
AVE: flott unterwegs
in CEE Foto: AVE
AVE: Positive Bilanz des Ostgeschäfts


Geschäftsführer Burger: Partnerschaft mit Kommunen lohnt sich – mehr Sicherheit als Behandlung von Gewerbe- und Industrieabfällen sowie Altstoffhandel – Abfallexporte: Kritik am Umweltministerium

(Wien, 07.05.2009) Eine positive Bilanz über die Aktivitäten seines Unternehmens in Zentral- und Osteuropa (CEE) zieht Helmut Burger, einer der Geschäftsführer des Entsorgungskonzerns AVE. Burger sagte vor Journalisten in Wien, Österreich sei als „Brückenkopf“ für Aktivitäten in der Region geradezu ideal geeignet. Abfallwirtschaft sei ein regionales Geschäft: „Man muss nahe am Kunden sein. Die Nähe Österreichs zu Osteuropa erlaubt es, potenziellen Kunden zu zeigen, wie wir in Österreich agieren.“ Neben Österreich betrachtet die AVE insbesondere Tschechien, die Slowakei sowie Ungarn als ihre Kernmärkte. Rund ein Drittel des AVE-Jahresumsatzes von 338 Millionen Euro entfalle mittlerweile auf diese Länder, ebenso rund ein Drittel des konsolidierten EBIT von insgesamt 21 Millionen Euro. Die Anteile des Ostgeschäfts sollten im laufenden Geschäftsjahr weiter steigen, kündigte Burger an.
Als vorteilhaft erweist sich seinen Angaben zufolge, dass die AVE in den osteuropäischen Ländern vor allem auch bei der Behandlung kommunaler Abfälle tätig ist und eine verhältnismäßig große Zahl von Public Private Partnerships (PPPs) mit Kommunen aufgebaut hat. Konkret geht es um meist längerfristige Kooperationen zur Behandlung kommunaler Abfälle. Das biete mehr Sicherheit als das Geschäft mit Gewerbe- sowie Industrieabfällen und insbesondere als der Handel mit Altstoffen. Burger verwies darauf, dass die Preise in diesem Bereich im vergangenen Jahr um bis zu 90 Prozent eingebrochen waren.
Insgesamt sei die AVE mit 5.200 Mitarbeitern, 150 Standorten sowie etwa 6,4 Millionen Kunden in Osteuropa „breit aufgestellt“ und daher auch in der Lage, die schwierigen Zeiten gut zu überstehen. In den nächsten ein bis zwei Jahren würden die in der Region erworbenen Beteiligungen (20 in Tschechien, 16 in Ungarn und sechs in der Slowakei) vollständig in den Mutterkonzern integriert. Auch eine „Marktverdichtung“ stehe auf dem Programm. Systematisch solle eine Kommune nach der anderen akquiriert werden, auch die Palette an abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen werde erweitert. Nach wie vor ein „Zukunftsthema“ bleibe in Osteuropa vorerst die thermische Verwertung. Akquisitionen weiterer Unternehmen hätten keine Priorität, seien aber auch nicht ausgeschlossen.

Abfallexporte: Kritik am Umweltministerium

Zur den Debatten um die illegalen, aber auch die legalen, Abfallexporte aus Österreich sagte Burger, es gebe nur einen Weg, um die Angelegenheit wieder in geordnete Bahnen zu lenken: „Kontrollieren, kontrollieren, kontrollieren.“ Immer wieder komme es vor, dass die Entsorgung von Müll im Ausland um rund 120 Euro pro Tonne angeboten werde. Bei Transportkosten von etwa 20 Euro blieben somit maximal 100 Euro für die Abfallbehandlung selbst. Burger: „Wie das funktioniert, schaue ich mir an.“ Allerdings verfügten die betreffenden Anbieter über Genehmigungen seitens des Umweltministeriums und könnten damit den Abfall völlig legal ins Ausland verbringen. Verfehlt sei in diesem Zusammenhang die Forderung des Umweltministeriums, die Entsorgungsbranche selbst solle Fälle der missbräuchlichen Verwendung von Exportgenehmigungen aufzeigen. Burger: „Wie sollen wir denn nachweisen, dass nicht der Abfall transportiert wird, der notifiziert wurde oder dass sonst etwas nicht stimmt? Das muss die Behörde schon selbst tun. Wir können nur immer wieder darauf hinweisen, dass die Exportgenehmigungen zu großzügig vergeben werden.“ Und Burger warnte: Österreich habe nicht zuletzt in den immer wichtigeren Märkten in Zentral- und Osteuropa einen hervorragenden Ruf in Sachen Abfallwirtschaft: „Den dürfen wir auf gar keinen Fall gefährden.“
Letztlich hänge die ganze Geschichte an der Frage, ob Kapazitäten im Inland für die Abfallbehandlung verfügbar sind oder nicht. Und da räumte Burger ein: „Keiner wird sagen, dass seine Anlagen nicht oder nicht ausreichend ausgelastet sind, weil ihm sonst seine Eigentümer aufs Dach steigen.“ Es liege am Umweltministerium, die tatsächliche Situation festzustellen. Ambitionen in dieser Richtung gebe es ja durchaus: In der Nähe einer AVE-Anlage seien Behördenvertreter beobachtet worden, die sich mit Ferngläsern in die Büsche schlugen und die Vorgänge auf dem Betriebsgelände mit Akribie inspizierten.

Ein ausführlicher Bericht über die Exportproblematik erscheint in der nächsten Print-Ausgabe des UMWELTSCHUTZ am 15. Mai.

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