Daphne 2009: Ideen voll Energie und Innovation Foto: Creative Collection
„Daphne 2009“: Nominierung läuft
Bohmann Verlag vergibt wieder traditionellen Umweltpreis - Kriterien: Ressourcen- und Energieeffizenz, regionale Wertschöpfung – Vergabe Anfang Juni in Wien
(Wien, 10.04.2009) Auch heuer vergibt der Bohmann-Verlag wieder seinen Umweltpreis „Daphne – Spirit of Environment“. Folgende Kriterien werden bei der Entscheidung über die Vergabe berücksichtigt:
Neben „klassischem“ Umweltschutz (Ressourcenschonung, ordnungsgemäßes Abfall- und Abwassermanagement) beachtet ein Unternehmen auch die anderen Säulen der Nachhaltigkeit, langfristige Gewinnorientierung und gesellschaftliche Verantwortung.
Regionale Wertschöpfung steht im Vordergrund. Diese kann im Zuge grenzüberschreitender Kooperationen ebenso erfolgen wie durch Aufbau von Präsenzen insbesondere, aber nicht ausschließlich, in Zentral- und Osteuropa.
Das Unternehmen orientiert sich explizit oder implizit am MIPS-Konzept (Material-Input pro Einheit Service), das auch auf den Dienstleistungsbereich angewendet werden kann. Dies entspricht den Forderungen der EU nach größtmöglicher Ressourceneffizienz.
Das Unternehmen trägt der Idee der „Clean(er) Energy“ Rechnung (z.B. Umstellung einer Energieerzeugungsanlage von Kohle auf Erdgas oder Biomasse, Einsatz von Clean-Coal-Techniken oder erneuerbarer Energieträger, Implementierung von Energieeffizienz-Maßnahmen in den Bereichen Strom sowie Raum- und Prozesswärme inklusive Wärmedämmung). Damit wird auch dem Klimaschutzgedanken Rechnung getragen.
Die Frist für die Nominierung läuft noch bis 30. April. Einreichungen sind unter der Mailadresse fischer.zv@bohmann.at möglich. Vergeben wird die „Daphne“ in Gold, Silber und Bronze Anfang Juni in Wien.
Schon viele Nominierte
Bereits nominiert sind folgende Projekte:
die Kühlgeräte-Recyclinganlage des Umweltforum Haushalte (UFH), die als einzige heimische Anlage mit Kryokondensation arbeitet. Das ist eine Technologie, die sich im Gegensatz zum bisher üblichen Aktivkohle-Verfahren optimal für die gleichzeitige Verarbeitung von FCKW- und Nicht-FCKW-Geräten, so genannten Pentangeräten, eignet. Hintergrund des Einsatzes von Kryokondensation: In den 1990er-Jahren wurden FCKW-Geräte zwar verboten und somit der Umstieg auf Pentangeräte besiegelt, doch die Rücklaufquote von FCKW-Produkten ist immer noch sehr hoch. Daher ist eine Technologie erforderlich, die beide Gerätetypen qualitativ hochwertig verarbeitet. Durch den Einsatz der modernen Technologie könnten in Österreich bis zu 900.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Für die Kunden des UFH bedeute die Anlage Ersparnisse von rund einer Million Euro pro Jahr. Im Drei-Schicht-Betrieb können knapp 300.000 Kühlgeräte pro Jahr – etwa 1.000 Geräte täglich – verarbeitet werden. Dies bedeutet: Pro Tag werden über 40 Kilogramm FCKW und andere Kühl- bzw. Treibmittel rückgewonnen und einer fachgerechten Entsorgung zugeführt.
„HyLOG – CO2-freie Logistikanwendung mit Brennstoffzelle“ der Fronius International GmbH. Sie entwickelte ein Lastenschleppfahrzeug, das in Industriehallen zum Einsatz kommt und mit Hilfe einer Brennstoffzelle angetrieben wird. Das Neue an der Sache: Den Wasserstoff für die Brennstoffzelle erzeugt Fronius mit Strom aus Solarzellen. So entsteht, was das Unternehmen als „HyLOG – CO2-freie Logistikanwendung mit Brennstoffzelle“ bezeichnet. Fronius ist seit langem als führender Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen bekannt. Letztere erzeugen Gleichstrom, der vor der Einspeisung ins öffentliche Stromnetz mit Wechselrichtern in Wechselstrom umgewandelt werden muss. Den Solarstrom für HyLOG stellt Fronius stilgerecht im eigenen Hause her – mit einer Solaranlage auf seinen Werkshallen in Sattledt, die 615 Kilowatt leistet und rund 600 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugt. Damit könnten rund 400 durchschnittliche Haushalte versorgt werden. Fronius produziert mit dem Strom aus der Anlage rund 823 Kilogramm Wasserstoff pro Jahr. Das reicht aus, um den HyLOG-Schlepper etwa 1.100 Mal aufzutanken. Das dauert jeweils rund drei bis vier Minuten, ein wenig länger als eine normale PKW-Betankung. Schleppfahrzeuge wie der HyLOG werden üblicherweise aber nicht mit Sprit angetrieben, sondern mit Batterien. Diese wieder aufzuladen, dauert durchschnittlich mehr als 500 Minuten (rund achteinhalb Stunden). Wird der übliche Strommix zugrunde gelegt, hat der Fronius-HyLOG laut Unternehmensangaben auch seine Vorteile fürs Klima: Er spart gegenüber einem batteriebetriebenen Schlepper um die 16 Tonnen CO2 pro Jahr, im Vergleich mit einem dieselbetriebenen Schlepper sogar fast 31 Tonnen.
Konzentrierte Sonne, eine neuartige Technologie für Solarkraftwerke, entwickelt von der Wiener Heliovis GmbH und dem Institut für Thermodynamik und Energieumwandlung der Technischen Universität (TU) Wien. In einer hyperbelartig gebogenen Rinne (Hyperbolrinne), die mit einem spiegelnden Material beschichtet ist, werden Sonnenstrahlen konzentriert. Sie erwärmen ein Thermoöl in einem Rohr im Brennpunkt der Rinne auf rund 400 Grad. Das Rohr führt durch einen Wärmetauscher, mit Hilfe dessen Wasser verdampft wird. Der Dampf wiederum erzeugt wie in einem normalen thermischen Kraftwerk über eine Turbine und einen Generator Strom.
Wie Professor Markus Haider von der TU Wien erläutert, entfallen derzeit rund 60 bis 70 Prozent der Kosten solcher CSP-Kraftwerke (CSP steht für „concentrated solar power“) auf die Hyperbolrinne und das Stahlrahmengerüst, das diese trägt. Bei der von Haider und seinen Mitarbeitern für die Heliovis entwickelten neuen Technologie sind die Rinne und das Stützgerüst überflüssig. Die Konzentration der Solarstrahlen erfolgt mit einer spiegelnden Folie, die in einem durchsichtigen Kunststoffschlauch angebracht ist. Haider geht davon aus, die Investitionskosten für CSP-Kraftwerke damit um rund 40 bis 50 Prozent senken zu können. Solche Kraftwerke sind am besten für die sonnenreichen Gebiete der Erde geeignet – laut Haider für die Gegend „vom Mittelmeer abwärts“. Allerdings haben sie dort Leistungen von mehreren hundert Megawatt.
Für Länder wie Österreich arbeiten Haider und sein Team an einer abgewandelten Version der neuen Technologie für den Bereich „Concentrated Photovoltaics” (CPV). Auch dabei wird Solarstrahlung konzentriert. Allerdings erfolgt die Stromerzeugung nicht indirekt über einen Wärmeträger, sondern direkt mittels Photovoltaikzellen. CPV eignet sich auch für wesentlich kleinere Leistungsgrößen als CSP. Ein funktionsfähiges Komplettsystem, das ans Stromnetz angeschlossen werden kann, will die Heliovis laut Haider nach Möglichkeit schon im nächsten Jahr auf den österreichischen Markt bringen.
Salzburger Netzausbau-Roadmap. Die Salzburg AG entwickelte in Zusammenarbeit mit der Stadt Salzburg und der deutschen IT-Firma Fichtner ein Programm für den optimierten Ausbau ihrer Strom-, Gas-, und Fernwärmeleitungen. Wie August Hirschbichler, Mitglied des Vorstands der Salzburg AG, kürzlich bei der Infrastrukturkonferenz Viennergy 2009 erläuterte, wird eine „Roadmap“ für den Netzausbau bis 2025 erarbeitet. Verständlicherweise soll der Infrastrukturausbau in Einklang mit der zu erwartenden Stadtentwicklung erfolgen. Unter anderem geht es darum, die Gebiete festzulegen, die mit Erdgas bzw. Fernwärme versorgt werden sollten und die Netze entsprechend zu entflechten. Ein weiteres Thema ist die Einbindung dezentraler Erzeugungseinheiten. In diesem Zusammenhang müssten die Netze auch mit moderner Kommunikationstechnologie zu so genannten „Smart Grids“ umgestaltet werden. Mittels einer Kombination dreier Computerprogramme für die Erfassung der Infrastruktur und des Gebäudebestandes wird ein Stadtplan im Raster 250 mal 250 Meter erarbeitet. Für jedes der Quadrate lässt sich die künftige Bedarfsentwicklung und damit der erforderliche Infrastrukturausbau modellieren. Das Modell für den Wärmebedarf ist schon fertig gestellt, der komplette Stadtplan wird im Feber 2010 vorliegen. Bereits eingeführt hat die Stadt Salzburg eine internetgestützte Energiebuchhaltung für ihre Gebäude. In diese sind rund 2.000 Energiezähler integriert und lieferten ein viertelstundengenaues Bild des Energiebedarfs in den städtischen Gebäuden. Etwa 90 Prozent des gesamten städtischen Energieverbrauchs werden damit erfasst.
Strom aus Abwasser. Nominiert sind weiters die Entsorgungsbetriebe Simmering (EbS) für ihr Projekt „Erneuerbare Energie aus gereinigtem Wiener Abwasser“. Genutzt wird dazu das zwischen Kläranlagenablauf der Hauptkläranlage Wien (HKA) und dem Vorfluter „Donaukanal“ bestehende Gefälle, über das im Durchschnitt täglich etwa 560.000 Kubikmeter gereinigtes Abwasser in die Donau gelangen. Diese Abwassermenge und der Niveauunterschied zwischen Ober- und Unterwasser von im Normalfall rund fünf Metern machen den Einsatz einer für diesen Zweck speziell konzipierten Turbine mit entsprechendem Wirkungsgrad interessant. Eingebaut wird eine doppelt regulierte, vertikalachsige Kaplanturbine der Voith Hydro, die auch für das zugehörigem Hydraulikaggregat, das Getriebe und den Generator verantwortlich zeichnet.
Das Ablaufpumpwerk enthält überdies drei Pumpen, die an den wenigen Tagen im Jahr zum Einsatz kommen, an denen der Donaukanal Hochwasser führt und die gereinigten Abwässer daher in den Vorfluter gepumpt werden müssen. Die Turbine hat eine Höchstleistung von 384 Kilowatt und kann pro Jahr 1.500 Megawattstunden Strom erzeugen. Das entspricht rund 2,6 Prozent des Verbrauchs der HKA bzw. dem Stromverbrauch von rund 500 Wiener Haushalten. Mit dem Projekt beschreiten die EbS und Voith Siemens weitgehend Neuland. Ähnliche Vorhaben gab es bislang nur in Griechenland.
Eine besondere Herausforderung ist die tages- sowie jahreszeitlich unterschiedliche Zuflussmenge. Während der Nachtstunden liegt diese bei rund 2,5 Kubimetern pro Senklunde. Dieser Wert steigt bis zur Mittagszeit auf etw 7,5 Kubimeter pro Sekunde an und bleibt fast bis Mitternacht konstant. In diesem Zeitraum erbringt die Turbine ihre höchste Leistung.
Bei der Materialwahl war der im Vergleich zu Bach- bzw. Flusswasser unterschiedlichen Chemismus des gereinigten Abwassers zu berücksichtigen. Wesentliche Bauteile werden daher aus rostfreiem Stahl gefertigt. Mit 92 Prozent hat die Turbine einen ausgezeichneten Wirkungsgrad. Die Amortisationszeit des Kleinwasserkraftwerks wird mit nur rund 6 1/2 Jahren angegeben.
„Green Dynamics“ der T-Systems, einer Tochter der Deutschen Telekom. Mit insgesamt über 800 Mitarbeitern sowie 173,8 Millionen Euro Jahresumsatz gehört sie zu den größten einschlägigen Unternehmen in Österreich. Für große Firmen sowie öffentliche Institutionen betreibt T-Systems die Informations- und Kommunikationstechniksysteme, kurz IKT-Systeme. Immer wieder unterschätzt wird deren beträchtlicher Bedarf an elektrischer Energie. Um diesen bestmöglich nachvollziebar zu machen, optisch einfach darzustellen und so die Auswirkungen von Energieeffizienzmaßnahmen zu illustrieren, entwickelte T-Systems Austria das computergestützte „Green Dynamics“-Modell. Dieses zeigt unter anderem Veränderungen der „Power Usage Effectiveness“ (PUE), einer Maßzahl für die Energieeffizenz von Rechenzentren.
Damit lassen sich Effizienzsteigerungen im Energieverbrauch sowie in der Folge potenzielle Reduktionen bei den CO2-Emissionen zeigen. Laut T-Systems können Unternehmen auf Basis dieses Tools ihre Energiekennzahlen und –kosten rasch vergleichen und so fundierte Entscheidungen treffen. Das Projekt „Green Dynamics“ wurde wissenschaftlich von Christian Hölzl, Leiter des Studiengangs „Communications & Simulation Engineering“ an der Fachhochschule St. Pölten, begleitet. Es basiert auf dem vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelten „Business Dynamics“-Modell.
Gemeinsam mit der Konzernmutter Deutsche Telekom setzte sich T-Systems das Ziel, seine strombedingten CO2-Emissionen – gemessen an denen des Jahres 1995 – bis 2010 zu halbieren. Die bis 2012 geplante völlige Entkopplung des Energieverbrauchs von den CO2-Emissionen wurde laut Unternehmensangaben durch vermehrten Einsatz regenerativer Energien schon 2008 erreicht. Eigenen Angaben zufolge als erstes Unternehmen weltweit testet T-Systems den Dauerbetrieb einer biogasbetriebenen Brennstoffzelle für den Einsatz in Rechenzentren. Der für den Betrieb der Brennstoffzelle erforderliche Wasserstoff wird aus gereinigtem Biogas gewonnen und gilt damit rechnerisch als hundertprozentig klimaneutral.
Das Thema „Green IT“, also das Hinführen des Telekommunikationssektors zu (noch) mehr Energie- und Ressourceneffizienz, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies wurde bereits mit der Auszeichnung des Projekts im Rahmen des ÖkoBusinessPlan der Stadt Wien gewürdigt.
„VLOTTE“. Nominiert ist weiters ein Pilotprojekt der Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) zur Einführung von Elektrofahrzeugen. Es trägt die Bezeichnung „VLOTTE“. In seinem Rahmen werden 100 Elektroautos verschiedener Bauarten sowie zwei Elektrobusse zum Leasing angeboten. Großteils handelt es sich um umgebaute normale Fahrzeuge. Das einzige Serienfahrzeug ist der zweisitzige Kleinwagen „THINK City“ des norwegischen Herstellers THINK. Er ist um rund 37.000 Euro im Handel erhältlich.
Laut VKW dient der Versuch dazu, „fundierte Erfahrungen über Praxistauglichkeit, Verbrauch, Reichweiten, Servicekosten, verschiedene Akkutechnologien und die tatsächliche Nutzung der Ladeinfrastruktur“ zu sammeln. Diesem Zweck entsprechend wurde die Gruppe der Tester zusammengestellt: 40 : 40 Fahrzeuge werden von Unternehmen betrieben, 40 von öffentlichen Körperschaften sowie sozialen Organisationen, die übrigen 20 von Privatpersonen. Wer am VLOTTE-Versuch teilnimmt, löst eine „Mobilitätskarte“. Sie ermöglicht das kostenlose „Betanken“ respektive Aufladen der Elektrofahrzeuge, die Fahrzeugwartung sowie eine Netzkarte für den Verkehrsverbund Vorarlberg. Je nach Typ, der Art der gefahrenen Strecken sowie dem Fahrstil beläuft sich die Reichweite der Autos auf rund 100 bis 150 Kilometer. Das vollständige Aufladen der Batterien dauert etwa sieben bis acht Stunden.
Laut VKW gibt es derzeit zehn für das Aufladen der Autos geeignete Tankstellen in Vorarlberg. Allerdings soll das Netz noch heuer „erheblich“ erweitert werden. Berücksichtigt werden dabei vor allem jene Orte, an denen hohe Stromentnahmen festgestellt werden. Produziert werden die Stromtankstellen nach dem Modell „Park&Charge“ des Elektromobil-Clubs der Schweiz (ECS) in Vorarlberg. Sie werden einheitlich gestaltet und sind im „Park&Charge“-System mittels Schlüssel in Österreich, der Schweiz und Deutschland öffentlich zugänglich. Den Strom will die VKW mittels Solaranlagen erzeugen. Im Durchschnitt benötigt ein Kleinwagen für eine Fahrstrecke von 7.500 Kilometern pro Jahr etwa 1.350 Kilowattstunden, heißt es seitens der VKW. Ausgehend von den Erfahrungen des heurigen Jahres würden im Herbst die Weichen für 2010 gestellt, heißt es seitens der VKW. Bei entsprechendem Interesse der Kunden sowie der Verfügbarkeit größerer Stückzahlen von Elektrofahrzeugen könne das Leasing ab Anfang kommenden Jahres „in größerem Stil angeboten“ werden. Unterstützt wird der VLOTTE-Versuch vom Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung, der dafür heuer 4,2 Millionen Euro bereitstellt.
„Leben im Sonnenzeitalter mit dem Gleisdorfer Klimaschutzprogramm“. Im vergangenen Jahr erhielten die Feistritzwerke/Steweag die „Daphne“ in Bronze. Heuer will es Unternehmenschef Walter Schiefer noch einmal wissen: Er bewirbt sein Unternehmen mit dem Projekt „Leben im Sonnenzeitalter mit dem Gleisdorfer Klimaschutzprogramm“. Angelehnt an das bekannte „20:20:20“-Ziel der europäischen Union zur Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energieträger an der Deckung des Energiebedarfs, der Steigerung der Energieeffizienz sowie der Senkung der CO2-Emissionen wurden folgende Vorgaben formuliert: Bezogen auf die Werte des Basisjahres 2007 soll bis 2015
der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Energieaufwand für die Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser
auf 25 Prozent steigen,
der Strombedarf zu 100
Prozent mit Hilfe erneuerbarer Energieträger gedeckt werden
und schließlich
eine Reduktion des Energiebedarfs sowie der CO2-
Emissionen um jeweils 20
Prozent erfolgen.
Basis für die Berechnung der Vergleichskennzahlen ist der Gleisdorfer Energiekataster, für den die Gebäude- und Energiedaten aller Gleisdorfer Objekte im Jahr 2007 erhoben wurden. Die Erhebung bezog sich unter anderem auf den Energiebedarf sämtlicher Gebäude, die CO2-Emissionen, die Energieträger, den baulichen Zustand der Gebäude, den Einsatz erneuerbarer Energieträger. Die Daten wurden ausgewertet, in einem elektronischen Kataster bei jedem Objekt farblich dargestellt und daraus die Energiestrategie mit dem Schwerpunkt des Einsatzes von erneuerbarer Energie entwickelt. Das Ergebnis war Gleisdorfer Klimaschutzprogramm.
Erreichen wollen die Feistritzwerke/Steweag die Ziele in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Gleisdorf unter anderem durch den massiven Einsatz der Solarenergie für die Strom- und Wärmeerzeugung, aber auch für die Bereitstellung von Kühlenergie, die Errichtung von fünf Biomasseheizwerken sowie die Installation von 200 Biomasseheizungen in Privathäusern, den Einsatz von 300 Elektrofahrzeugen samt zehn Solartankstellen sowie den Bau von 200 Niedrigenergiehäusern. Die Kosten werden mit insgesamt etwa 35 Millionen Euro veranschlagt.
An dem Vorhaben beteiligt sind neben den Initiatoren das Gleisdorfer Citymanagement, Architekten, Planungs- und technische Büros, Baufirmen, Banken, Gleisdorfer Schulen, der Arbeitskreis „Zukunft“ der Pfarre Gleisdorf und nicht zuletzt das Land Steiermark. Wie die Vorarlberger VLOTTE wird auch dieses Projekt vom Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung gefördert.
Weitere Projekte werden in den kommenden Wochen nominiert.