Mayr-Melnhof: Kartonriese sieht sich gut gerüstet für Krise Foto: Mayr-Melnhof
Mayr-Melnhof legt Bilanz
„Unter zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen gut behauptet“ – Jahresüberschuss 96,6 Millionen Euro nach 116,6 im Jahr 2007 – Dividende soll unverändert bleiben – Ausblick auf Gesamtjahr noch nicht möglich – Abfallverbrennungsablage Frohnleiten: bald Entscheidung über Partner
(Wien, 18.03.2009) „Wir haben schon im Herbst 2007 auf den kommenden Abschwung hingewiesen. Dennoch konnten wir uns im vergangenen Jahr unter zunehmend schwierigeren konjunkturellen Rahmenbedingungen gut behaupten“. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Mayr-Melnhof Karton AG, Wilhelm Hörmanseder, heute bei der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens in Wien. Die Umsatzerlöse waren mit 1.731,2 Millionen Euro fast gleich hoch wie jene des Jahres 2007 (1.737,0 Millionen). Um 19,2 Prozent auf 136,9 Millionen Euro gesunken ist das betriebliche Ergebnis. Laut Hörmanseder ist dies im Wesentlichen auf die schlechte Auslastung der Kartonmaschinen im dritten und vierten Quartal, die gestiegenen Energiekosten sowie den Verkauf des Altpapiergeschäfts zurückzuführen. Den Jahrsüberschuss bezifferte Hörmanseder mit 96,6 Millionen Euro nach 116,6 Millionen im Jahr 2007. Unverändert bleiben soll die Dividende mit 1,70 Euro je Aktie.
Strategie unverändert
Hörmanseder betonte, die strategische Ausrichtung des Unternehmens bleibe unverändert: Mayr-Melnhof werde sich auch künftig auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, also die Kartonproduktion und die Faltschachtelerzeugung. Das Unternehmen ist der größte Recyclingkartonerzeuger der Welt und der größte Faltschachtelproduzent in Europa. Auch weiterhin werde Mayr-Melnhof versuchen, seine „Markt- und Kostenführerschaft“ zu behaupten. „Diese Kombination ist ganz wesentlich. Nur so bleiben wir attraktiv für unsere Kunden und unsere Aktionäre“, betonte Hörmanseder. Keine Änderungen gebe es auch an der langfristigen Ergebnisorientierung sowie an der Ausrichtung auf weitere Expansion: „Wir wollen erfolgreich wachsen. Die Mittel dazu sind vorhanden“, stellte Hörmanseder fest. Finanzchef Oliver Schumy verwies auf die „hohe Eigenfinanzierungskraft“ des Konzerns: Von 100 Euro Umsatz „bleiben uns zehn Euro in der Kasse“. Die Eigenkapitalquote gab er mit 64,1 Prozent an.
Einen Ausblick das Gesamtjahr bezeichnete Hörmanseder als noch nicht möglich. Das erste Quartal 2009 sei immerhin besser verlaufen als das 4. Quartal 2008. Vor 2010 sei indessen keine Verbesserung der wirtschaftlichen Gesamtlage zu erwarten, die Entwicklung der Endkundenmärkte nicht abzusehen. Mayr-Melnhof habe aber eine „ausreichende Liquidität“ sowie respektable Finanzierungsmöglichkeiten. Das sei eine „solide Basis“, um die schwierigen Zeiten gut zu überstehen.
Bald Entscheidung bezüglich Frohnleiten
Um in punkto Energieversorgung weniger als bisher von den Strom- und Erdgasmärkten abhängig zu sein, plant Mayr-Melnhof am Standort Frohnleiten den Bau einer Abfallverbrennungsanlage mit rund 160 Megawatt Leistung sowie einer Jahreskapazität von etwa 450.000 Tonnen. Darauf angesprochen, sagte Hörmanseder, es handle sich um ein „strategisch wichtiges, großes Projekt“, für das ein dreistelliger Millionenbetrag aufzuwenden sei. Die Suche nach einem Partner für die Realisierung, den Betrieb und die Versorgung der Anlage laufe. Es existiere bereits eine Shortlist. Die endgültige Entscheidung werde in Kürze erwartet.