Climate Star 2009: abstrampeln fürs Weltklima Foto: Creative Collection
Wettbewerb „Climate Star 2009“ gestartet
Teilnahme für Gemeinden und Kommunen möglich – Motto: „Auf kurzem Weg zum Klimaschutz“ – Klimabündnis Europa betont zentrale klimapolitische Rolle der Kommunen – Niederösterreichischer Umweltlandesrat Pernkopf: Energieversorgung „Schlüsselfrage“ für Klimapolitik
(Wien, 18.03.2009) „Ohne Mitwirkung der Gemeinden gibt es keinen Klimaschutz“, betonte der neue niederösterreichische Umweltlandesrat Stephan Pernkopf heute beim Auftakt zum Wettbewerb „Climate Star 2009“ in Wien. In dessen Rahmen können die europäischen Städte und Gemeinden bis 15. Juni Klimaschutzprojekte beim Verein Klimabündnis einreichen. Die Preisverleihung erfolgt auf Einladung des Bundeslandes Niederösterreich am 22. Oktober im Stift Melk, das Teil des UNESCO-Welterbegebiets Wachau ist.
Ulrike Jansen, die Geschäftsführerin von Klimabündnis Europa, erläuterte, das heurige Motto „Auf kurzem Weg zum Klimaschutz“ habe mehrfache Bedeutung: Es gehe um intelligente energiesparende Raumplanung ebenso wie um regionale Wertschöpfung sowie darum, die Bürger in klimapolitische Maßnahmen einzubinden. Dass die Gemeinden und Kommunen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle spielen, werde auf EU-Ebene sowie auf globaler Ebene noch immer zu wenig erkannt. Veranstaltungen wie „Climate Star“ könnten die Wichtigkeit lokaler Energieversorgung sowie lokaler Energieeffizienzmaßnahmen verdeutlichen: „Jeder Quadratmeter Dämmstoff, jede einzelne Solarzelle zählen“, sagte Jansen. Mit dem Gewinn eines „Climate Star“ könne eine Gemeinde ihr klimapolitisches Engagement unter Beweis stellen. Dies fördere nicht zuletzt das Engagement der Menschen für dieses Thema.
Schlüsselfrage Energiewende
Pernkopf ergänzte, der Aufbau eines weitgehend auf erneuerbaren Energieträgern basierenden Versorgungssystems sei eine „Schlüsselfrage für den Klimaschutz“. Gerade Niederösterreich habe diesbezüglich viel geleistet. So würden etwa zehn Prozent des Strombedarfs durch Windkraftanlagen gedeckt. Mit Hilfe der Wohnbauförderung würden rund 13.000 Wohneinheiten pro Jahr nicht zuletzt auch thermisch saniert. Auch was den Beitrag zum Klimabündnis betreffe, könne sich Niederösterreich durchaus sehen lassen: Von 772 österreichischen Mitgliedsgemeinden fänden sich 310 in diesem Bundesland.
Klimaschutzgesetz im Herbst
Angesprochen auf den Plan für ein österreichisches Klimaschutzgesetz sagte Pernkopf, die Verhandlungen zwischen dem Bund und den Ländern seien im Gange. Strittig sei unter anderem die Frage der Sanktionen, wenn eine Gebietskörperschaft ihr in dem Gesetz zu verankerndes Ziel verfehle. Geplant sei, das Gesetz im Herbst unter Dach und Fach zu bringen.
Er sehe die Klimapolitik auch als Mittel, um die Wirtschaft anzukurbeln, fügte Pernkopf hinzu. Angesprochen darauf, dass auf Umwelt- und Klimatechnik ausgerichtete Unternehmen laut Wirtschaftsforschungsinstitut mit rund sechs Milliarden Euro gerade einmal 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften, verwies Pernkopf auf die „enormen Wachstumsraten“, die zuletzt bei etwa zwölf Prozent pro Jahr lagen. Insbesondere im Export nach Ost- sowie Südosteuropa gebe es große Chancen für die heimische Wirtschaft. Diese gelte es auch im Rahmen des österreichischen Masterplans Umwelttechnologie zu nutzen, für dessen Koordination Pernkopf wie schon sein Vorgänger Josef Plank zuständig ist.