Holzwirtschaft: Zeiten schwierig, Panik kein Thema Foto: Creative Collection
Holzwirtschaftsmesse LIGNA soll „positive Impulse“ setzen
Gleicher Messeumfang wie 2007 erwartet – deutsche Holzmaschinenbauer rechnen mit „Konsolidierung“ der Branche – Verbandsgeschäftsführer Dirr: „2010 stehen wir deutlich besser da als zuvor“ – Beiteiligung aus Österreich „zufrieden stellend“
(Wien, 17.02.2009) Vom 18. bis 22. Mai findet in Hannover die internationale Holzwirtschaftsmesse LIGNA statt. Messeleiter Andreas Züge zeigte sich heute bei einer Pressekonferenz in Wien zuversichtlich, etwa 1.800 Aussteller gewinnen und 148.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche besetzen zu können. Damit hätte die im Zweijahresrhythmus abgehaltene LIGNA heuer denselben Umfang wie 2007. Züge sagte, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wolle er die LIGNA „als Weltleitmesse der Forst- und Holzwirtschaft positionieren und mit dem Motto Ressourceneffizienz positive Impulse im Markt“ setzen.
Deren Sinnhaftigkeit steht außer Zweifel. Wie der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Bernhard Dirr, mitteilte, wird für heuer ein Rückgang der Produktion von bis zu 20 Prozent erwartet. Dirr wollte dies allerdings nicht überbewertet wissen: „In diesem Fall wären wir wieder bei den Zahlen von 2006, und da ist auch keiner verhungert.“ Der Bedarf an Holzverarbeitungsmaschinen sei speziell im für die deutsche Wirtschaft zentralen osteuropäischen Markt sehr stark. Was fehle, seien Finanzierungsmöglichkeiten. Sein Verband erwarte eine Lösung dieses Problems bis Anfang 2010. Ab dann werde es wieder aufwärts gehen, wenn auch nicht im Tempo der „Boomjahre“ bis inklusive 2008: „Wir werden Mitte 2010 deutlich besser dastehen als vorher.“
Von 2007 auf 2008 war die Produktion an Holzbearbeitungsmaschinen in Deutschland um acht Prozent gestiegen und erreichte einen Gesamtwert von rund 3,4 Milliarden Euro. Die Exporte waren um zehn Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gestiegen. Für die nähere Zukunft erwartet Dirr eine weitere Konsolidierung der Branche. Die „guten Lieferanten“ würden letztlich von der gegenwärtigen Krise profitieren. Insgesamt sei die Branche „bestens aufgestellt“. Sie verfüge über eine starke Eigenkapitaldecke und schlanke Strukturen. Bezüglich der LIGNA sagte Dirr, diese werde „keine großen Orderzahlen“ bringen, sich aber dennoch als wichtiger Branchentreff bewähren: „Man wird sich eben aufs Wesentliche konzentrieren.“
Energie- und Ressourceneffizienz
Züge ergänzte, eines der Kernthemen der LIGNA werde die weitere Steigerung der Energie- sowie Ressourceneffizienz im Bereich der Holzgewinnung und –verarbeitung sein. Ausdruck dessen sei nicht zuletzt der Internationale Holzenergiekongress, der im Rahmen der Messe heuer zum zweiten Mal stattfindet. Klar sei, dass die stoffliche Verwertung von Holz vor dessen energetischer Verwertung kommen müsse. Die thermisch-energetische Verwertung von Holzabfällen habe im industriellen Maßstab zu erfolgen, also in Kraftwerken und anderen Großfeuerungsanlagen. Aus diesem Grund wende sich die LIGNA auch nicht an den klassischen Häuselbauer mit seinem Pelletsofen.
Österreich dabei
Wolfgang Weninger, der die LIGNA in Österreich vertritt, sagte, er sei mit den Anmeldungen zu der Holzmesse zufrieden. Fast alle im Jahr 2007 vertretenen rund 90 Aussteller aus Österreich seien auch heuer wieder mit dabei. Diese repräsentierten annähernd 95 Prozent der österreichischen Holzindustrie. Im Gegensatz zu anderen Messen habe er auch keine Stornierungen verzeichnet. Somit gebe es auch „keinen Grund zum Schwarzmalen“.