Bereits am Balkan: In Mazedo- nien revitalisierte die EVN das Kleinwasserkraftwerk Kalimanci. Foto: EVN
Jetzt fix: EVN baut Wasserkraftwerke in Albanien
Konzessionsvertrag unterzeichnet - Partner Statkraft – drei Anlagen mit insgesamt 340 Megawatt Leistung – Investitionsvolumen 950 Millionen Euro
(19.12.2008) Über ein Weihnachtsgeschenk der nicht eben alltäglichen Art kann sich EVN-Chef Burkhard Hofer freuen: Gemeinsam mit dem albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha, Wirtschaftsminister Genc Ruli und Ragnvald Naero, dem Vizepräsidenten des norwegischen Stromkonzerns Statkraft, unterzeichnete er den Konzessionsvertrag für drei Wasserkraftwerke am Devoll-Fluss. Dieser entspringt im Grammosgebirge im Südosten Albaniens und vereinigt sich mit dem Osum-Fluss zum Seman-Fluss, der bei Karavasta etwa 40 Kilometer südsüdwestlich von Tirana in die Adria mündet. Die drei Kraftwerke haben eine Gesamtleistung von rund 340 Megawatt und werden rund 1.000 Gigawattstunden Spitzenstrom pro Jahr erzeugen. Das entspricht etwa der Leistung des Kraftwerks Freudenau in Wien und würde ausreichen, um rund ein Drittel des gesamten albanischen Strombedarfs zu decken.
Fast Milliardeninvestition
Insgesamt investieren EVN und Statkraft, der größte Wasserkraftkonzern Europas, rund 950 Millionen Euro in das Vorhaben, an dem sie zu je 50 Prozent beteiligt sind. Wie Hofer bei der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens am 11. Dezember mitgeteilt hatte, sind noch umfangreiche Vorarbeiten nötig, bis mit dem Bau begonnen werden kann. Auch die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Hofer betonte jedoch bei der Bilanzpressekonferenz, das Geld werde rechtzeitig zur Verfügung stehen. Seitens Statkraft verlautete, das Vorhaben solle binnen etwa acht Jahren realisiert werden. Anlässlich des heutigen Vertragsabschlusses wurde EVN-Chef Hofer in einer Aussendung seines Unternehmens mit folgenden Worten zitiert: „Das Wasserkraft-Engagement in Albanien ist eine konsequente Weiterentwicklung der EVN-Strategie auf dem Westbalkan. Derzeit versorgt die EVN in Bulgarien und Mazedonien rund 2,3 Millionen Kunden mit elektrischer Energie. Für diesen bedeutenden Absatz wird EVN schrittweise entsprechende Produktionskapazitäten errichten. Durch das Auslandsengagement der EVN im Energie- und Umweltbereich entstehen zusätzliche qualifizierte Arbeitsplätze in Niederösterreich und in den Regionen, wo wir in Kraftwerksanlagen investieren.“
Wasserkraft verbindet
Die EVN hatte der albanischen Regierung im Frühjahr 2007 den Bau von Wasserkraftwerken am Devoll vorgeschlagen und im Jänner eine diesbezügliche internationale Ausschreibung gewonnen. Ende September schloss die EVN mit dem Verbund und der albanischen Regierung einen Vertrag über den Bau eines Wasserkraftwerks mit 48 Megawatt Leistung am Drin-Fluss südlich von Shkoder (Skutari). Shkoder ist mit rund 110.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Albaniens und liegt im Nordosten des Landes an der Grenze zu Montenegro. Das mit dem Verbund geplante Wasserkraftwerk soll 2012 in Betrieb gehen, die Baukosten werden mit rund 160 Millionen Euro angegeben.