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WIRTSCHAFT DETAILS
Ederer: Hoffnungsmarkt
Energieeffizienz
Foto: Siemens
Ederer: Siemens Österreich „gut gerüstet für große Herausforderung“


Umsatzplus von 10,7 Prozent, aber Abbau von bis zu 1.000 Mitarbeitern – mit hohem Auftragsstand Konjunkturdelle überstehen – Bundesregierung kann mit Energieeffizienzprogrammen helfen

(Wien, 17.12.2008) Bis zu 1.000 ihrer 8.371 Mitarbeiter will die Siemens AG Österreich abbauen. Das kündigte die Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Brigitte Ederer, bei der heutigen Bilanzpressekonferenz an. Etwa 500 davon entfallen auf die Software-Division PSE, die restlichen auf die Konzernverwaltung. Als Grund nannte Ederer allgemeine Einsparmaßnahmen sowie im Fall der PSE mangelnde Aufträge. Bisher habe die PSE hauptsächlich IT- und Telekommunikationssoftware entwickelt. Nach dem Rückzug von Siemens auf die Kernbereiche Energie und Industrie sowie Medizintechnik sei dies unternehmensintern nicht mehr gefragt. Deshalb werde versucht, „den Leuten nahe zu legen, dass sie das Unternehmen verlassen wollen“, sagte Ederer. Die Managerin ergänzte, bezüglich der PSE gebe einen mit dem Betriebsrat abgestimmten Sozialplan, zu Folge dem individuelle Lösungen für die Betroffenen erarbeitet werden. Diese richten sich nach dem Alter und der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit. „Golden Handshakes“ seien ebenso wenig vorgesehen wie „formelle Kündigungen“. Auch könne es durchaus sein, dass die Zahl derer, die das Unternehmen verlassen müssten, letztlich erheblich unter den eingangs genannten 1.000 Personen liege.

„Kräftiges“ Unternehmen

Die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens beurteilte Ederer positiv. Sie verwies auf den um 10,7 Prozent auf 2,795 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz sowie auf den mit 3,373 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr fast gleich gebliebenen „hohen“ Auftragsstand. Dass der Jahresüberschuss mit 131,9 Millionen Euro um rund 47,1 Prozent unter dem des Vorjahres liegt und der Bilanzgewinn mit 135,6 Millionen Euro um 9,6 Prozent niedriger ist als im Vorjahr, habe im Wesentlichen bilanztechnische Gründe, erläuterte Finanzvorstand Reinhard Pinzer. Die hohe Eigenkapitalquote von 33,8 Prozent sowie der operative Cash-Flow von 566,1 Millionen Euro zeigten, dass das Unternehmen „durchaus Kraft“ habe.

„Delle“ überstehen

Ederer ergänzte, die wirtschaftliche Lage insgesamt sei zweifellos eine „große Herausforderung“. Für Österreich werde für 2009 ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um rund 0,5 Prozent erwartet. In Zentral- sowie Osteuropa, für die die Siemens AG Österreich ebenfalls verantwortlich ist, zeichne sich ein Wachstumsrückgang von 5,1 Prozent im heurigen Jahr auf etwa 2,7 Prozent ab. Allerdings rechneten Experten damit, dass die Konjunktur ab etwa Mitte des kommenden Jahres wieder anziehen werde. Siemens gehe davon aus, dank des hohen Auftragsstandes die „Delle“ weitestgehend unbeschadet überstehen zu können.

Energiesparen hilft

Weil die Aufträge so gut wie sämtlich vor der Krise auf den Finanzmärkten erteilt wurden, sei der eine oder andere Ausfall durchaus möglich, räumte Finanzvorstand Pinzer ein. Er versicherte jedoch, dass es sich allenfalls um punktuelle Probleme handeln werde: „Einen Flächenbrand sehen wir nicht.“ Im Energiesektor gebe es bis dato noch keinerlei Stornierungen. Dort sei der Aufholbedarf an Investitionen „extrem“, konstatierte Ederer. Helfen könne auch die Bundesregierung, beispielsweise mit einem Programm zur flächendeckenden energetischen Sanierung der Bundesgebäude. „Alles, was in Richtung Energiesparen und Energieeffizienz geht, ist gut für uns“, sagte Ederer im Hinblick auf geplante Konjunkturförderungsprogramme.

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