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ENERGIE DETAILS
Foto: Creative Collection
Energieeffizienz: Ziel 2016


Wie Österreich die Energieeffizienzrichtlinie der EU umsetzen will, steht noch nicht fest.

(Wien, 17.10.2008) Alle Welt rede derzeit von den klima- und energiepolitischen Zielen, die die EU bis 2020 erreichen wolle. Dabei sei aber noch nicht einmal klar, ob die für 2016 gesetzten Ziele erreicht würden, warnte Hans Zeinhofer, Geschäftsführer der Enamo, der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft der Energie AG Oberösterreich und der Linz Strom, bei der Handelsblatt-Jahrestagung für die österreichische Energiewirtschaft. Zeinhofer, der Vorsitzende des Arbeitskreises Energieeffizienz im Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) bezog sich dabei auf die Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie der EU. Dieser zufolge müssen die Mitgliedsstaaten bis 2016 ihren Endenergiebedarf gegenüber einem Wachstumsszenario um neun Prozent senken. Für Österreich beläuft sich das Ziel in absoluten Zahlen auf rund 80,4 Petajoule. Zum Vergleich: Der derzeitige Endenergiebedarf beträgt rund 1.094 Petajoule. Das Ziel ist allerdings nur indikativ. Zumindest seitens der EU sind daher keinerlei Sanktionen zu befürchten, falls dieses nicht erreicht wird.

Systematik gefragt

Bis Jahresende soll die Österreichische Energieagentur eine Messsystematik ausarbeiten, um die erzielten Einsparungen quantifizieren zu können. Seitens des VEÖ wurde laut Zeinhofer eine umfangreiche Liste mit möglichen Maßnahmen erarbeitet. Noch ausständig sind dagegen die „freiwilligen Vereinbarungen“ der Branche mit dem für die Umsetzung der Richtlinie zuständigen Wirtschaftsministerium. Einen Vertragstext habe der VEÖ-Arbeitskreis bereits erstellt. Unklar sei noch, wer den Energieunternehmen den Aufwand für die Energieeffizienzberatungen bei ihren Kunden ersetze. Zeinhofer wünscht sich einen Aufschlag auf den Energiepreis von rund 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Das würde für einen durchschnittlichen Haushalt Mehrkosten von rund sieben Euro pro Jahr bedeuten.
Seit rund einem Jahr habe es bedauerlicherweise keine Gespräche mehr mit dem Ministerium gegeben. Irritierend sei auch, dass nunmehr die Energie-Control GmbH (E-Control) im Auftrag der Regierung das „Grünbuch Energieeffizienz“ vorgestellt habe: „Das enthält ganz andere Maßnahmen als die von uns vorgeschlagenen.“ Zeinhofers Wunsch: „Wir brauchen rasch eine neue Regierung und einen neuen Energieminister, um die Dinge unter Dach und Fach zu bringen.“

Zwei Paar Schuhe

Seitens der E-Control sagte der Leiter der Abteilung Ökoenergie, Christian Schönbauer, das Grünbuch habe mit der Energieeffizienzrichtlinie nichts zu tun. Vielmehr enthalte dieses Maßnahmen, um den Energiebedarf nicht bloß gegenüber einem Wachstumsszenario zu senken, sondern nach Möglichkeit zu stabilisieren.

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