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WIRTSCHAFT DETAILS
EPAMEDIA-Chefs Schuster (l.),
Maier: Mehr Umsatz, mehr
Ökologie Foto: EPAMEDIA
Gestalten, nicht stören


Das Außenwerbungsunternehmen EPAMEDIA steigerte seinen Umsatz von 2006 auf 2007 von 118 auf 133,1 Millionen Euro. Weitere Expansion ist vor allem in Osteuropa ein Thema – ebenso wie Energieeffizienz.

(Wien, 30.01.2008) Von 118 Millionen Euro im Jahr 2006 konnte die EPAMEDIA ihren konsolidierten Umsatz im vergangenen Jahr auf 133,1 Millionen Euro steigern. Das verlautbarten die Geschäftsführer des Unternehmens, Heinrich Schuster und Ferdinand Maier, heute bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Die EPAMEDIA ist einer der größten österreichischen Anbieter von Infrastruktur für Werbung im öffentlichen Raum, also Plakatständer, Leuchtreklametafeln und Leuchtschriften sowie beleuchtete Plakatständer in mehreren Größen (City Lights bzw. Poster Lights). Wesentlich zum Wachstum trugen die elf Tochtergesellschaften im Ausland bei, deren kumulierte Umsätze sich von 18 auf 75 Millionen mehr als vervierfachten. Als „irrsinnig hoch“ bezeichnete Schuster die Investitionen, die er mit 109 Millionen Euro bezifferte. Im Jahr 2006 waren es 41,3 Millionen Euro gewesen.
Für heuer rechnet Schuster mit einem weiteren Umsatzwachstum auf rund 180 bis 200 Millionen Euro. Wie auch 2007 werde dieses hauptsächlich auf starken Zuwächsen im Ausland beruhen: Mit ein Grund, weshalb die EPAMEDIA ihr Auslandsgeschäft ausbauen möchte. Geplant ist der Einstieg in Albanien, wo das Unternehmen zwei führende Außenwerbungsgesellschaften übernehmen möchte. Von dort aus könnte auch der Kosovo betreut werden. Ebenfalls gegeben wären Synergien mit der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien (FYROM), in der die EPAMEDIA bereits tätig ist und in der die Albaner etwa ein Drittel der Bevölkerung ausmachen.

Wachsen in Österreich

Auch in Österreich ist Wachstum angesagt: Mit dem morgigen Tag abgeschlossen wird die Übernahme eines Teils der Salzburger Objekt Werbung, die bisher zu 51 Prozent der hauptsächlich in der Strom- und Gasversorgung tätigen Salzburg AG gehörte. Die EPAMEDIA-Salzburg/Industrieteam hielt 24 Prozent, die GEWISTA-Tochter Progress 25 Prozent. Ab morgen gehören der EPAMEDIA 49 Prozent, der GEWISTA 51. Die Salzburger Objektwerbung wird gespalten, was laut Schuster noch etwa zwei Monate in Anspruch nehmen dürfte.
Weiter verbessert hat die EPAMEDIA ihre Logistik: Um rund eine Million Euro wurde ein neues Logistikzentrum im Süden Wiens errichtet – bezeichnender Weise in der nach dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Jochen Rindt benannten Straße. Laut Schuster kann die EPAMEDIA damit ihre Zeitläufe „dramatisch“ verkürzen: Die Vorlaufzeit für Kampagnen beträgt nur mehr drei Tag statt bisher einer Woche, die Klebedauer zwei statt bisher drei Tage.

Wahl bringt wenig

Mit der Nationalratswahl in Österreich haben für heuer erwarteten die Mehreinnahmen im Übrigen nichts zu tun, betont Schuster: „Insgesamt warben drei Parteien auf unseren Flächen, jeder Auftrag hatte ein Gesamtvolumen von etwa 230.000 bis 300.000 Euro. Das ist etwa so viel, wie größere Kunden sonst auch ausgeben.“ Und die Wahl hatte auch unerfreuliche Auswirkungen aufs Inlandsgeschäft: Wegen der dominanten Politwerbung verschoben andere Kunden Aufträge, darunter eine große Bank und ein bedeutender Finanzdienstleister im Immobilienbereich. Der Oktober sei jedoch der heuer bislang „bestgebuchte Monat, und ich hoffe auch auf einen guten November und Dezember“, sagte Schuster.

Ökologie zählt

Dass keine Partei im Wahlkampf zumindest offiziell auf ein gewisses Ökologiebewusstsein verzichten kann und will, ist in Sachen Außenwerbung laut Schuster im Übrigen kein Problem. Die Plakatständer haben Rahmen aus verzinktem Stahl oder Aluminium, ihre Flächen bestehen aus Holz. Der Kleister wiederum wird mit natürlicher Stärke angerührt. Somit bringt die Plakatwerbung weder Luft- noch Wasserverschmutzung, stellt Schuster klar. Launiger Nachsatz: „Ob die Plakate eine optische Umweltverschmutzung darstellen, hängt von der Gestaltung ab.“ Doch dafür seien die Parteien selbst sowie deren Werbeagenturen verantwortlich.

Energieeffizienz zählt

Was die beleuchteten Plakatständer betrifft, ist Energieeffizienz ein zunehmend wichtiger werdendes Thema. Mit Hilfe der neuen sogenannter Streuscheiben – der Glasflächen, die die Plakate schützen – konnte Schuster den Strombedarf seiner City Lights und Poster Lights um die Hälfte senken. Nicht unwillkommen in Zeiten, wo für eine 24-stündige gleichförmige Stromlieferung (Grundlast, Baseload) an den Strombörsen um die 80 Euro pro Megawattstunde bezahlt werden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lagen die Baseload-Preise noch bei um die 40 Euro. Besonders viel Strom benötigen die Anlagen allerdings ohnedies nicht, erläuterte Schuster: „Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht ein Vielfaches einer Poster-Light-Anlage und ein Zig-faches eines City-Lights.“

Künftig Solarstrom

Dennoch ist Schuster permanent im Gespräch mit den Anlagenherstellern, um die Energieeffizienz weiter zu steigern. Der Grund dafür ist nicht zuletzt das Geschäft im Ausland, etwa in den Balkanstaaten. Dort kommt es immer wieder zu Stromausfällen. Außerdem sind die Strompreise für Haushalte nach wie für subventioniert. Gewerbekunden wie die EPAMEDIA werden dagegen ordentlich zur Kasse gebeten. Schuster denkt deshalb an Eigenversorgung nach – und zwar eine, die gestandenen Ökostrom-Fans das Herz höher schlagen lässt: In Entwicklung sind Solaranlagen, um die City Lights und Poster Lights zu betreiben. Schuster: „Dann wären wir unabhängig vom Netz und könnten unsere Anlagen bis spät in die Nacht hinein beleuchten. Und wenn das Licht um drei Uhr in der Früh ausgeht, macht das ja nichts.“ Noch sei die Technik in einem sehr frühen Stadium, in einigen Jahren soll sie aber verfügbar sein.

Sensibilität im öffentlichen Raum

Immer wichtiger wird für die Außenwerber auch, möglichst sensibel mit dem öffentlichen Raum umzugehen. Das beginnt schon bei der Gestaltung der Plakatständer selbst, für deren permanente Aufstellung eine Baugenehmigung der jeweiligen Kommune erforderlich ist. Und habe in früheren Zeiten eine mehr oder minder sorgfältige Skizze gereicht, würden heute „vernünftige Baupläne mit perspektivischen Ansichten“ gefordert. Auch die bisweilen noch anzutreffenden hunderte Meter langen „Plakatstraßen“ werden zunehmend aufgelockert. Schuster beschreibt die Idee so: „Die Gesamtoptik einer Kommune soll durch die Außenwerbung ergänzt und dynamisiert werden, aber sie soll nicht stören. Wäre das der Fall, könnten wir sie auf die Dauer nicht halten.“ Um sicher zu gehen, beschäftigt die EPAMEDIA mittlerweile zwei Architekten mit jahrelanger einschlägiger Erfahrung.

Keine Berührungsängste

Dass die EPAMEDIA, die der ÖVP zumindest nicht ganz fern steht, auch anderen Parteien Werbeflächen zur Verfügung stellte, ist in der Branche übrigens nicht ungewöhnlich. Ihre SPÖ-nahe Konkurrentin GEWISTA beispielsweise setzte im Nationalratswahlkampf den seinerzeitigen Gottseibeiuns der Sozialdemokraten, Jörg Haider, ebenso großflächig ins Bild wie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Die EPAMEDIA ihrerseits habe im niederösterreichischen Landtagswahlkampf „relativ viel für die SPÖ geklebt“, berichtet Schuster: „Grundsätzlich kann jede Partei bei uns buchen. Da gibt es keinerlei Berührungsängste.“

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