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WIRTSCHAFT DETAILS
„Go green“: freiwilliger Kauf
von CO2-Zertifikaten als
Vorbereitung für verpflichtenden
Foto: DHL
Logistikkonzern DHL will CO2-Emissionen vermeiden


Mit „Go-green“-Programm bis 2020 CO2-Reduktion pro Sendung um 30 Prozent geplant – Großteil wird durch Kauf von Zertifikaten dargestellt – absolute Emissionssenkung nicht möglich – Vorbereitung auf Teilnahme am Emissionshandel

(Wien, 15.09.2008) Mit seinem sogenannten „Go-green“-Programm will der deutsche Logistikkonzern DHL bis 2020 seine CO2-Emissionen pro Sendung um 30 Prozent senken. Das sagte der Österreich-Chef des Tochterunternehmens der Deutschen Post, Martin Hermesch, heute bei einer Pressekonferenz in Wien. Bis 2012 ist eine Senkung dieser Emissionen um zehn Prozent geplant. Darstellen werde DHL dies zu 21 Prozent durch emissionsreduzierende Maßnahmen im eigenen Unternehmen, darunter den Einsatz von Agrokraftstoffen und Ökostrom, und zu 79 Prozent durch den Ankauf von Emissionszertifikaten. Diese stammen unter anderem aus entsprechenden Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern, die im Rahmen des Kiotoprotokolls durchgeführt werden. In der Kioto-Terminologie ist dies als Clean Development Mechanism (CDM) bekannt.

Aufschlag zwei Prozent

Hermesch ergänzte, es sei einigermaßen kompliziert, zu berechnen, wie viel CO2 etwa durch den Transport eines Pakets von Wien nach Washington frei werde. DHL habe dazu eine eigene Berechnungssoftware entwickelt. Finanziert wird „Go green“ durch einen Aufschlag von zwei Prozent auf alle Sendungen, deren Absender sich an dem Programm beteiligt. Hauptsächlich gehe es um Unternehmen, die damit ihr Image verbessern wollten. Sie bekämen ein Mal pro Jahr ein von der Schweizer Zertifizierungsgesellschaft SGS bestätigtes Zertifikat, das ihnen bescheinigt, mit ihrer Teilnahme an „Go green“ eine bestimmte Menge CO2 vermieden zu haben.
Für Privatpersonen sei „Go green“ dagegen weniger interessant, sagte Hermesch: „Die haben damit allenfalls ein besseres Gewissen.“
Wie viele Tonnen CO2 pro Jahr durch „Go green“ tatsächlich vermieden werden können, werde sich zeigen. Das Interesse der Unternehmen sei jedenfalls beträchtlich, ergänzte Guido Sattler, Experte für Emissionsreduktionen bei DHL.

Nur spezifisch

Auf Anfrage des UMWELTSCHUTZ bestätigte Hermesch, dass DHL wie andere Unternehmen auch lediglich spezifische Emissionsreduktionen, also solche pro Dienstleistungseinheit, darstellen könne. Eine tatsächliche Senkung sei jedoch nicht möglich „außer, wir verkaufen unser Geschäft.“ Sattler berichtete dem UMWELTSCHUTZ, dass der Kauf von Emissionszertifikaten im Rahmen von „Go green“ auch der Vorbereitung auf die Teilnahme am EU-internen Emissionshandel (EU Emissions Trading Scheme, EU-ETS) dient. Dazu ist DHL ab der 2013 beginnenden 3. Periode verpflichtet, in der auch der Flugverkehr in das ETS einbezogen wird.

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