Bio mio: das Logo zur Kampag- ne Bio-Aktionstage Bild: BMLFUW
Bio-Aktionstage vom 10. bis 20. September
AMA, Umweltministerium und Biobauern wollen Konsum von Lebensmitteln aus biologischem Anbau ankurbeln – Pröll: keine Preisdiskussion – Verein Bio Austria: wider den Strukturwandel
(Wien, 02.09.2008) Vom 11. bis 20. September veranstalten die AMA, das Umweltministerium sowie der Verein Bio Austria die Bio-Aktionstage. Sie wollen damit den Verzehr von Lebensmitteln aus biologischer Landwirtschaft ankurbeln. Laut AMA-Chef Stephan Mikinovic hat der Markt für Bio-Lebensmittel in Österreich ein Volumen von rund 235 Millionen Euro. Das entspricht etwa sechs Prozent des gesamten Lebensmittel-Marktes. Gemeinsam mit Dänemark liege Österreich damit EU-weit an der Spitze, sagte Mikinovic. Hauptkunden für Bio-Lebensmittel seien junge, gebildetere Personen im städtischen Raum. Umweltminister Josef Pröll ergänzte, es handle sich eher um einkommensstärkere Käuferschichten: „Das Kaufverhalten richtet sich nun einmal nach dem Einkommen. Das ist so. Das gilt aber nicht nur für Lebensmittel.“ Dass Bio-Lebensmittel im Allgemeinen teurer sind als normale, räumte Pröll ein: „Aber so lange pro Kopf jährlich Lebensmittel im Wert von 300 Euro weggeworfen werden, erübrigt sich jede Preisdiskussion.“ Gute Lebensmittel aus Österreich müssten auch etwas kosten dürfen.
Mikinovic sagte, die überwiegende Mehrheit der Konsumenten glaube, Bio-Lebensmittel seien gesünder als normale, „obwohl das nicht so eindeutig ist.“ Immer wieder heiße es in Befragungen, Bio-Lebensmittel würden „ohne Chemie“ hergestellt. Welche Kriterien ein Bio-Landwirtschaftsbetrieb tatsächlich einhalten müsse, wüssten die Konsumenten jedoch größtenteils nicht.
„Qualität statt Masse“
Rudolf Vierbauch, der Obmann des Vereins Bio Austria, sagte, die Biolandwirtschaft müsse zum Leitbild für die gesamte österreichische Landwirtschaft werden. In der Produktion müsse es um „Qualität statt Masse “ gehen. Gehe die Entwicklung dagegen weiter wie bisher, sei eine Fortsetzung des „Strukturwandels“ hin zu immer größeren agrarischen Einheiten unvermeidlich. Um dem gegenzusteuern, müsse die Forschung im landwirtschaftlichen Bereich neu fokussiert werden.
Dem UMWELTSCHUTZ erläuterte Vierbauch, Forschungsschwerpunkte sollten ein geringerer Energiebedarf sowie niedrigere CO2-Emissionen im Zuge der Lebensmittelproduktion sein. Auch müsse es um weniger energieintensive und klimaverträglichere Futtermittel gehen. Insbesondere der Import von Sojaschrot aus Übersee sei zu reduzieren. Um entsprechende Forschungsvorhaben zu finanzieren, will Vierbauch unter anderem auch den Klima- und Energiefonds der Bundesregierung (KLI.EN) anzapfen. Die Mittel sollten um rund 20 Prozent aufgestockt werden. Derzeit stehen nach Schätzungen von Bio Austria österreichweit pro Jahr rund zwei Millionen Euro für Forschung im Bereich Bio-Landwirtschaft zur Verfügung.
Geteilte Kosten
Die auf drei Jahre veranschlagte Bio-Aktionstage-Kampagne kostet rund eine Million Euro pro Jahr. Eine halbe Million bezahlt die EU. Die AMA Marketing steuert 375.000 Euro bei, das Umweltministerium übernimmt die restlichen 130.000 Euro.