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POLITIK DETAILS
ÖVP-Klimasprecher
Schultes: Auf regionale Wert-
schöpfung achten
Foto: ÖVP
VP-Klimasprecher Schultes: Heimische Ressourcen statt Energieimporte


Kritik an Nabucco – Zweifel an Versorgung mit Erdgas – Forderung: OMV soll Superethanol-Tankstellen bauen

(Wien, 01.09.2008) Österreich solle energiepolitisch künftig stärker auf heimische Ressourcen statt auf Importe setzen. Das forderte der Klimasprecher der ÖVP im Nationalrat und Präsident des niederösterreichischen Bauernbundes, Hermann Schultes, heute bei einer Pressekonferenz in Wien. Er übte in diesem Zusammenhang heftige Kritik an der von der OMV geplanten Gaspipeline Nabucco. Das Gas für die Leitung werde „aus Regionen kommen, die wir als sehr krisenhaft erleben.“ Sowohl der kaspische Raum als auch zentralasiatische ehemalige Sowjetrepubliken wie Kasachstan, die immer wieder als Lieferländer genannt würden, seien keineswegs leicht zugänglich.

Wenig optimistisch

Außerdem stimmten auch die kürzlich erfolgten militärischen Auseinandersetzungen in Georgien nicht eben optimistisch, was die Sicherheit der Versorgung mit Erdgas und Erdöl aus diesen Regionen betrifft. Schultes spielte damit unter anderem darauf an, dass die Ölpipeline von der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku über die georgische Hauptstadt Tiflis zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan, die BTC, während der Gefechte zwischen russischen und georgischen Truppen aus Sicherheitsgründen vorübergehend stillgelegt worden war.

Aus der Region

Die Antwort der österreichischen Energiepolitik könne nur sein, verstärkt heimische Ressourcen zu nutzen und die dezentrale Energieversorgung zu verstärken. Dies verbessere die Versorgungssicherheit und entlaste die Strom- sowie Gastransitnetze. Außerdem verfügten österreichische Klein- und Mittelbetriebe (KMU) über entsprechende Technologien. „Das heißt, die Wertschöpfung bleibt im Land“, sagte Schultes. In Hinblick auf die zuletzt gesunkenen Ölpreise riet Schultes, „nicht nur auf den billigsten Tagespreis für die Energie zu achten, sondern sich um eine nachhaltig günstige und sichere Versorgung zu kümmern.“

100 Tankstellen

Die OMV, mit der er hart ins Gericht ging, forderte Schultes auf, bis 2010 in Niederösterreich und Wien ein Netz von rund 100 Tankstellen für den Agrokraftstoff Superethanol (E85) zu errichten. Dazu habe sich der Öl- und Gaskonzern vor einem Jahr in einer Vereinbarung mit dem Umweltministerium verpflichtet.
Schultes ergänzte, er lege größten Wert darauf, dass auch importierter Agrosprit bestimmten Qualitätskriterien genügen müsse. So dürfe die Abholzung von Regenwäldern zu dessen Produktion nicht in Frage kommen. Sowohl im Rahmen allfälliger neuer WTO-Verhandlungen als auch der laufenden Verhandlungen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten müsse dies thematisiert werden.

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