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ABFALL DETAILS
Vereinheitlichung nötig:
WEEE-Forum-Präsident Röthlisberger (r.)
mit UFH-Chef Kolba
Foto: Thomas Preiss
WEEE-Forum tagt in Wien


Ziel: Harmonisierung der Behandlung von Elektroaltgeräten – kollektive Rücknahmeverpflichtung muss bleiben – Österreich setzt geltende Bestimmungen weitgehend ohne Probleme um

(Wien, 02.04.2008) Morgen und am Freitag tagt in Wien das WEEE-Forum, die europäische Interessenvertretung von 42 Sammel- und Verwertungssystemen für Elektroaltgeräte (EAG). Einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte sind die Debatten über die Revision der WEEE-Richtlinie. Es sei dringend erforderlich, deren Umsetzung in den EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen und der Schweiz zu harmonisieren, betonte der Präsident des Forums, Andreas Röthlisberger. Derzeit gebe es 57 unterschiedliche Umsetzungen. Hersteller, die ihre Produkte europaweit auf den Markt brächten, stünden damit vor „riesigen bürokratischen Hürden.“ Wichtig seien auch einheitliche Qualitätsstandards für die Behandlung von EAG. Für Kühlgeräte habe das WEEE-Forum solche bereits entwickelt, noch heuer solle es auch solche für Bildröhren von Fernsehern und Monitoren geben. Bereits erfolgreich im Einsatz sei das RepTool, ein Softwareprogramm, mit dem die Mitglieder des WEEE-Forums den zuständigen Behörden europaweit standardisierte und vergleichbare Daten über die EAG-Verwertung liefern können.

Fast religiös

Als „fast religiös“ bezeichnete Röthlisberger die Diskussionen darüber, ob eine individuelle Rücknahmeverpflichtung für EAG eingeführt werden soll. In diesem Fall müsste jedes Unternehmen die von ihm in Verkehr gebrachten Geräte zurücknehmen – also Philips Philips-Produkte, Sony Sony-Geräte und so weiter. Aus Sicht des WEEE-Forums ist das jedoch nicht sinnvoll. Das Forum bevorzugt statt dessen die geltenden kollektive Rücknahmepflicht, bei der registrierte Sammel- und Verwertungssysteme Produkte aller Marken sammeln und verwerten.
Das Problem bei individuellen Systemen beschrieb Röthlisberger so: Verschwinde ein Unternehmen vom Markt, müssten die von ihm in Verkehr gebrachten Geräte je nach Lebensdauer noch Jahre bis Jahre bis Jahrzehnte später gesammelt und verwertet werden. Bei kollektiver Rücknahmeverpflichtung sei das kein Problem. Bei individueller dagegen stelle sich die Frage, wer dann in die Pflicht genommen werde. Außerdem müsste das Unternehmen entsprechende Rücklagen bilden. Die Kosten dafür bezifferte der Chef des Umweltforums Haushalte (UFH) und Chairman System Managers des WEEE-Forums, Helmut Kolba, mit rund 40 Milliarden Euro für ganz Europa: „Es ist davon auszugehen, dass das die Elektrogeräte nicht notwendigerweise billiger machen würde.“ Außerdem sei eine individuelle Rücknahmeverpflichtung logistisch kaum umsetzbar. Denn es müssten an jeder Sammelstelle Geräte nicht nur nach Kategorien, sondern darüber hinaus auch nach Marken sortiert werden.
Einen ersten Entwurf für die neue WEEE-Richtlinie soll es noch im Herbst geben. Bereits für kommendes Jahr ist ein Beschluss auf europäischer Ebene geplant.

Recycling nützt

Unbestreitbar ist laut Kolba der Nutzen des EAG-Recycling. So würden beispielsweise durch die Rückgewinnung von FCKW aus alten Kühlgeräten in Österreich jährlich rund 900.000 Tonnen CO2 vermieden, europaweit seien es rund zwölf Millionen Tonnen. Auch boome die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen. Bereits jedes zweite Auto werde aus recycelten Stoffen erzeugt. Besonders gefragt seien Metalle: Auf Grund der weltweit gestiegenen Nachfrage habe sich etwa der Kupferpreis seit 2005 auf 8.200 US-Dollar pro Tonne mehr aus verdoppelt.
Keine Probleme gibt es zumindest in Österreich mit der Umsetzung der derzeit geltenden WEEE-Richtlinie, ergänzte der UFH-Chef. Pro Kopf würden hierzulande rund 8,15 Kilogramm EAG gesammelt, die EU-Vorschrift laute auf vier Kilogramm.

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