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ABFALL DETAILS
An die Börse: Saubermacher-
Chef Roth (Mitte) mit
Finanzvorstand Schmidt (l.)
und Vertriebschef Dicker
Foto: Saubermacher
Saubermacher geht an die Börse


Ziel: rund 60 Millionen Euro für Investitionen lukrieren - Zeichnungsfrist bis 29. Jänner – ab 31. Jänner an der Wiener Börse – bis zu 35 Prozent der Aktien sollen verkauft werden – Plan: bis 2010 insgesamt 150 Millionen Euro in Ost- und Südosteuropa investieren

(Wien, 21.01.2008) Rund 60 Millionen Euro will das Abfallwirtschaftsunternehmen Saubermacher Dienstleistungs AG mit einem Börsegang lukrieren, der bis 29. Jänner, 12 Uhr, stattfindet. Ab 31. Jänner soll Saubermacher im Prime Market der Wiener Börse notieren. Das sagte der Finanzvorstand des Unternehmens, Erhard Schmidt, heute vor Journalisten in Wien. Derzeit ist Saubermacher zu 100 Prozent im Besitz der Roth Privatstiftung des Firmengründers und –chefs Hans Roth. Rund 35 Prozent der von ihr gehaltenen Aktien sollen zu einem Preis zwischen 19,00 und 23,00 Euro verkauft werden. Mit den Erlösen würden Investitionen in Akquisitionen und Infrastrukturprojekte in Österreich sowie den Staaten Ost- und Südosteuropas finanziert. Etwa 110 Projekte seien „identifiziert und durchgerechnet.“ Saubermacher plane, bis 2010 insgesamt rund 150 Millionen Euro zu investieren. Zusätzlich zum Börsegang würden dafür Kredite in entsprechender Höhe aufgenommen, erläuterte Schmidt.
Saubermacher-Chef Hans Roth betonte, er habe sich „sehr intensiv“ mit der Frage des Zeitpunkts des Börsegangs befasst. Er sei überzeugt, ein „sehr stabiles und von der Konjunktur nicht so sehr abhängiges Unternehmen“ zu leiten und könne daher ruhigen Herzens den Schritt in „eine neue Epoche“ tun. Johannes Kinsky, Vorstand der mit der Durchführung des Börsegangs beauftragten Erste Bank, sagte, es „gehört sicher ein wenig Courage dazu, in einem Umfeld wie dem derzeitigen in den Markt zu gehen.“ Entsprechende Sondierungsgespräche seien aber positiv verlaufen: „Einem Unternehmen wie Saubermacher rennen Investoren die Türen ein.“ Die Bereiche Energie und Umwelt seien einigermaßen „börsefest“. Für einschlägige Unternehmen sei jetzt der Zeitpunkt, in Ost- und Südosteuropa einzusteigen, und genau das plane Saubermacher: „Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, an die Börse zu gehen.“

Alles für alle

Vertriebsvorstand Frank Dicker ergänzte zur Unternehmensstrategie, Saubermacher sei darauf spezialisiert, die Abfälle seiner Kunden im Entsorgungsbereich zu den Rohstoffen seiner Marktpartner im Verwertungsbereich zu machen. In den kommenden Jahren wolle sich Saubermacher vor allem auf den im Wachstum befindlichen Markt für Ersatzbrennstoffe konzentrieren. Die 2003 gegründete Thermoprofit, einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Zellstoffkonzern Mayr-Melnhof, habe sich diesbezüglich als höchst erfolgreich erwiesen.
Weiters gehe es darum, möglichst allen Kunden in allen von Saubermacher betreuten Ländern möglichst alle Dienstleistungen des Unternehmens zu verkaufen. Bereits seit 1990 ist Saubermacher in Slowenien tätig. Sukzessive wurde das Operationsgebiet auf Kroatien, Tschechien und Ungarn sowie Serbien, Mazedonien, Bulgarien und Rumänien erweitert. Im Jahr 2006 wurden 69,6 Prozent des Konzernumsatzes von 193,6 Millionen Euro in Österreich erwirtschaftet, 13,0 Prozent in Tschechien, 11,1 Prozent in Ungarn und 6,3 Prozent in Slowenien. Als besondere Stärke bezeichnete Roth die Zusammenarbeit mit der Öffentlichen Hand im Rahmen von Public-Private-Partnerships mit langfristigen Dienstleistungsverträgen. Oft werden dabei mit Kommunen gemeinsame Unternehmen gegründet, die mehrheitlich im Besitz von Saubermacher sind. In Österreich gibt es derzeit sieben derartige PPPs, in Tschechien fünf und in Slowenien sowie Ungarn je vier. Insgesamt betreut Saubermacher rund 1.600 Gemeinden sowie 40.000 Firmenkunden.

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