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GLOBAL DETAILS
UNO-Klimakonferenz in Wien beginnt am Montag


Studie: Mittel für Bekämpfung des Klimawandels müssen bis 2030 versiebenfacht werden – Vorbereitung des UNO-Klimagipfels in Bali im Dezember - unterschiedliche Positionen der Kioto-Vertragspartner

(Wien, 24.08.2007) Um die weltweiten Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) auf dem heutigen Stand zu stabilisieren, müssen die Mittel zur Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels von derzeit rund 63,4 Milliarden US-Dollar bis 2030 auf 249 bis 381 Milliarden Dollar gesteigert werden. Das besagt eine neue Studie der UNO, die auf deren Klimakonferenz in Wien kommende Woche vorgestellt wird. Die angegebenen Summen würden sich auf etwa 1,1 bis 1,7 Prozent der für 2030 angenommenen weltweiten Investitionen belaufen, verlautete seitens des Sekretariats der Klimawandel-Rahmenkonvention der UNO (UNFCCC).
UNFCCC-Generalsekretär Yvo de Boer wurde mit der Aussage zitiert, in den kommenden Jahren stünden ohnehin massive Investitionen im Energiesektor an. Es gelte, diese Gelegenheit zu nutzen, um die Investitionen bestmöglich für die Eindämmung des Klimawandels sowie dessen Auswirkungen zu nutzen.
Die Wiener Konferenz kommende Woche dient der Vorbereitung des nächsten UNO-Klimagipfels Anfang Dezember in Bali (Indonesien). Dort soll über die Weiterführung des Kiotoprozesses beraten werden, der mit Ende des „ersten Erfüllungszeitraums“ („erste Commitment-Periode“) des Kiotoprotokolls ausläuft. In dem Protokoll verpflichtete sich die internationale Staatengemeinschaft, ihre Treibhausgasemissionen gegenüber dem Niveau von 1990 um fünf Prozent zu senken. Österreich verpflichtete sich sogar zu einer Reduktion um 13 Prozent gegenüber 1990, liegt aber derzeit um fast 30 Prozent über diesem Wert.

Unterschiedliche Vorstellungen

Im Vorfeld der Wiener Konferenz legten die Kioto-Vertragspartner ihre Positionen klar.
Die EU bekräftigte, dass bis Ende 2009 ein Nachfolgemechanismus für Kioto ausverhandelt sein müsse, da dessen Implementierung ihre Zeit brauche. Sie forderte die Industriestaaten auf, sich zu einer Reduktion ihrer THG-Emissionen um 30 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 bis 2030 zu verpflichten. Bis 2050 sollen die Emissionen gar um 60 bis 80 Prozent gesenkt werden.
China verlautete, die Industriestaaten hätten ihre Verpflichtungen noch nicht vollständig erfüllt, die Entwicklungs- und Schwellenländern finanziell, technologisch und organisatorisch beim Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu unterstützen. Der Dialog über entsprechende Kooperationen, der mit dem Wiener Treffen abgeschlossen werden sollte, müsse daher um zwei Jahre verlängert werden.
Die Schweiz stellte fest, sie habe auf ihrem Staatsgebiet bereits alles ihr Mögliche getan. So beliefen sich etwa die THG-Emissionen aus der Elektrizitätserzeugung auf Null, da diese ausschließlich auf Wasserkraft sowie Kernkraft basiere. Im Industriesektor gehöre das Land zu jenen Staaten mit den niedrigsten Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts(BIP). Weitere Emissionsreduktionen könne die Schweiz nur mit Hilfe internationaler Projekte darstellen. Deren Durchführung müsse daher erleichtert werden.
Kanada konstatierte, die Emissionen jener Industriestaaten, die sich zur Umsetzung des Kiotoprotokolls verpflichtet hätten, machten nur rund 30 Prozent der weltweiten THG-Emissionen aus. In ein Kioto-Nachfolgeregime sollten sämtliche Industriestaaten, insbesondere auch die USA als größter THG-Emittent der Welt, sowie die wichtigsten Schwellenländer wie China und Indien mit konkreten Reduktionsverpflichtungen eingebunden werden.
Japan betonte, nach wie vor gebe es keine unumstrittene Methode zur Berechnung der THG-Reduktionspotenziale der einzelnen Staaten. Vor Beschluss weiterer Reduktionsverpflichtungen im Rahmen eines Kioto-Nachfolgeregimes müsse erst eine solche festgelegt werden.
Ambitioniert dagegen zeigte sich Norwegen. Dessen Vertreter kündigten an, ihr Land werde bis 2050 eine Emissionsreduktion darstellen, die 100 Prozent der derzeitigen THG-Emissionen entspreche.

Alles offen

Österreichische Klimaexperten verlauteten gegenüber dem UMWELTSCHUTZ, ihre Erwartungen an die Wiener Konferenz sowie an den Klimagipfel in Bali seien begrenzt. Die Fortsetzung der Gespräche auf internationaler Ebene sei zwar wichtig. Durchbrüche zeichneten sich derzeit aber nicht ab.

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