Die „Daphne – Spirit of Environment“, der Umweltschutzpreis des Bohmann-Verlags, in Gold ging heuer an die weltweit erste transportfähige Energiezentrale. Silber gab es für die Solarpartnerschaft der oekostrom AG, Bronze für die niederösterreichische Firma Kössler für ihre EcoFlow-Turbine.
Positiv „versilbert“: die Solarpartnerschaft der oekostrom AG Foto: oekostrom AG
(Wien, 06.06.2007) Bereits zum zweiten Mal in Folge geht die „Daphne – Spirit of Environment“ in Gold in die Steiermark. Den Umweltpreis des Bohmann-Verlags gewann die EnergyCabin, die erste transportfähige Energiezentrale auf Basis erneuerbarer Energieträger, mit der Raumwärme und Warmwasser ebenso wie Strom und Kühlenergie bereitgestellt werden können. UMWELTSCHUTZ-Herausgeber Rudolf Bohmann betonte, dass mit diesem in Serienfertigung erzeugten Produkt einem großen Interessentenkreis der Umstieg auf erneuerbare Energieträger maßgeblich erleichtert werde. Die EnergyCabin stößt mittlerweile auch auf der Interesse internationaler Investoren. Der britische Umwelttechnik-Investment-Fonds „Low Carbon Accelerator“ (LCA) beteiligt sich mit zwei Millionen Euro an der EnergyCabin und erwirbt damit 23 Prozent des Unternehmens. Binnen zwölf Monaten wird LCA seine Beteiligung um weitere zwei Millionen Euro auf 40 Prozent Anteil an EnergyCabin aufstocken. Den Preis nahm EnergyCabin-Marketingchef Michael Cerveny entgegen.
Die „Daphne“ in Silber ging an die oekostrom AG für ihre Solarpartnerschaft. Die Teilnehmer an der Partnerschaft sind gleichzeitig Kunden der oekostrom AG. Sie installieren Photovoltaikanlagen auf ihren Gebäuden und erhalten dafür den sogenannten „1:1-Rückliefertarif“. Das heißt: Jede Kilowattstunde Strom, die auf dem eigenen Dach erzeugt wird, reduziert ihre Stromrechnung um den Preis einer Kilowattstunde. Insgesamt nahm die oekostrom AG im Rahmen der „Solarpartnerschaft bisher rund 400 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2.700 Kilowatt in Betrieb. Das entspricht etwa zehn Prozent der Leistung aller in Österreich installierten Photovoltaiksysteme.
Die „Daphne“ in Bronze gewann der niederösterreichische Kleinwasserkraftwerksspezialist Kössler für seine ECOFlow-Turbine. Bei dieser nutzt Kössler Widersprüche in den Zielsetzungen zweier wichtiger EU-Richtlinien: der „Wasserrahmenrichtlinie“ (WRRL) und der „Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien“. Einfach ausgedrückt: Die Wasserrahmenrichtlinie fordert die „Ökologisierung“ der Gewässer bis 2015. Das behindert die Stromerzeugung und damit die Erfüllung der anderen EU-Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien. Hilfe bringt die EcoFlow-Turbine. Sie bietet erweiterte Möglichkeiten zur Stromgewinnung und erlaubt damit, zu erwartende Leistungsverluste durch die Wasserrahmenrichtlinie abzufedern.
Sonderpreis für Envirgy
Den Sonderpreis der Jury errang Envirgy für die Rauchgasreinigungsanlage in Kårstø, dem ersten kommerziellen Gaskraftwerk Norwegens. Die DeNOx-Anlage soll die aufgrund der sehr strengen norwegischen Umweltauflagen in diesem spezifischen Fall erforderliche hohe Emissionsreduzierung erreichen, die verbunden ist mit zusätzlichen Investitionskosten durch den Betreiber. Sowohl für Stickoxide (NOx) als auch Ammoniak (NH3) liegen die Grenzwerte im einstelligen ppm-Bereich. Diese Kombination wurde bisher von keiner einzigen europäischen Anlage gefordert. Kårstø ist Norwegens erstes kommerzielles Gaskraftwerk. Der Vorsitzende der Jury zur Verleihung der „Daphne“, der ehemalige UMWELTSCHUTZ-Chefredakteur Leopold Lukschanderl, sagte, fossile Energieträger würden noch auf lange Zeit weltweit einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung leisten. Mit diesen befeuerte Kraftwerke so umweltverträglich wie möglich zu machen, sei daher unabdingbar. Mit ihrer Technologie leiste die Envirgy dazu einen wichtigen Beitrag.
Bronze für Kössler: der niederösterreichische Kleinwasserkraftspezialist überzeugt mit seiner EcoFlow-Turbine. Bild: Kössler
Daphne Excellent Projects
Als „Daphne Excellent Projects“ ausgezeichnet wurden folgende acht Projekte:
die „Grüne Raffinerie“, bei der es um die Herstellung von Chemikalien aus pflanzlichen Rohstoffen geht. Ressourcenschonung, Energieeffizienz sowie regionale Wertschöpfung sind wesentliche Merkmale dieses Projekts. Stoffliche sowie energetische Nutzungskonzepte können in „Grünen Raffinierien“ kombiniert werden. Sie zu beliefern, ist daher für die Bauern eine Möglichkeit zur Nutzung brachliegender Grünflächen.
die kombinierte Abgasbehandlungsanlage für Stickoxid (NOx) und Lachgas (N2O) in Abukir (Ägypten) der Carbon Projektentwicklung GmbH, eines Joint Ventures der Asamer-Gruppe mit dem Umweltökonomen Ferdinand Heilig. Diese reinigt die Abgase einer der größten Salpetersäure-Anlagen der Welt und vermeidet Treibhausgase von rund 1,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr. Sie ist weltweit die erste kombinierte N2O/NOx-Abgasbehandlungsanlage in einer Salpetersäurefabrik gemäß dem Clean Development Mechanism (CDM) des Kioto-Protokolls und Afrikas bis dato größtes CDM-Projekt.
das Ressourcenmanagement Energie für die Generali AG des Wiener Energieberatungsunternehmens power solution. Durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket, insbesondere die effizientere Nutzung bestehender Technik, den Einsatz modernerer technischer Anlagen sowie Bewusstseinsbildung bei den Mitarbeitern konnten die Energiekosten der Generali trotz steigender Energiepreise maßgeblich gesenkt werden. So gelang es der Generali, freiwillig einen Beitrag zur Senkung der Emission von Treibhausgasen (THG) in Österreich leisten und den auf Grund der Marktentwicklung zu erwartenden Anstieg ihrer Energiekosten zumindest teilweise abzufangen.
Biogas im öffentlichen Verkehr. Die Linz AG plant, ihre immerhin 86 Fahrzeuge umfassende Flotte von Dieselbussen der Klassen EURO 1 bis EURO 3 binnen sechs Jahren auf den Biogasbetrieb umzustellen. Die CO2-Emissionen der Busflotte sollen um zehn Prozent oder 550 Tonnen pro Jahr zurückgehen. Insgesamt erwartet sich die Linz AG dadurch ein um 65 Prozent geringeres Treihausgaspotenzial.
Freiwilliger Klimaschutz, eine Dienstleistung der Beratungsfirma Allplan in einem Gemeinschaftsunternehmen mit der deutschen ClimatePartner. Dabei werden mittels speziell entwickelter, dynamischer Berechnungsmodelle die Emissionen aller relevanten Produktionsabläufe ermittelt und anschließend kompensiert. Die Neutralisierung der Emissionen erfolgt durch den Ankauf und die Stilllegung von ökologisch hochwertigen Emissionsminderungszertifikaten aus anerkannten Klimaschutzprojekten. Diese Zertifikate wiederum dienen zur Finanzierung der Klimaschutzprojekte.
der Nachhaltigkeitsindex OeKB Sustainability Fund Index (OeSFX) der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB). Der Index ermöglicht Investoren und Fondsmanagern, die Wertentwicklung eines Aktienfonds tagesaktuell mit jener des Gesamtmarktes der in Österreich zugelassenen ökologischen und nachhaltigen Aktienfonds vergleichen. Als weltweit erster Aktienfonds-Index dieser Art ermöglicht der OeSFX das Benchmarking in diesem wachsenden Segment des österreichischen Fondsmarktes. Seit seinem Start vor zweieinhalb Jahren hat der Fonds seinen Wert um rund 40 Prozent gesteigert.
Die „Reise mit dem Plus“, eine Kooperation von acht Wiener Reisebüros mit dem Ziel, Tourismus und Nachhaltigkeit zu verbinden. Sie kümmert sich darum, dass bei An- sowie Abreise und an der Destination ökologische sowie gesellschaftliche Verantwortung nicht zu kurz kommen. Flugreisen gibt es beispielsweise nur zu Destinationen, die weiter als 700 Kilometer vom Ausgangspunkt der Reise entfernt liegen. Der Treibhausgasausstoß bei Flügen wird durch den Kauf von Emissionszertifikaten egalisiert. Die Unterkünfte müssen über ein zertifiziertes Umweltzeichen oder ein Umweltmanagementsystem verfügen.
die Umweltrechtsmanagementsoftware des Beratungsunternehmens Gutwinski Management. Sie hilft Unternehmungen in Österreich und seit kurzem auch in Deutschland, mit den zunehmend komplexer werdenden umweltrechtlichen Bestimmungen zu recht zu kommen.
Etwa 100 geladene Gäste, darunter Vertreter mehrerer Ministerien sowie der Stadt Wien, nahmen an der gestrigen feierlichen Verleihung der „Daphne“ in der Wiener Urania teil.