Platzer: Ergebnis nach Steuern um 44,8 Prozent gewachsen Foto: Kommunalkredit
Kommunalkredit meldet um 32,2 Prozent gewachsenen Konzernüberschuss
Konzernüberschuss 61,9 Millionen Euro - Generaldirektor Platzer: „erfolgreichstes Jahr“ in der Unternehmensgeschichte – Pläne für 2007: weitere Internationalisierung der des Anlageportfolios – Platzer rechnet mit Aufgaben im Zusammenhang mit dem Energie- und Klimafonds der Regierung
(Wien, 13.03.2007) Vom „erfolgreichsten Jahr“ in der Unternehmensgeschichte sprach heute Kommunalkredit-Generaldirektor Reinhard Platzer bei der Vorstellung der Jahresbilanz seines Hauses in Wien. Er verweis auf die um 31,9 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro gewachsene Bilanzsumme, das um 44,8 Prozent auf 61,9 Millionen Euro gewachsene Ergebnis nach Steuern sowie den um 32,2 Prozent auf 56,2 Millionen Euro gestiegenen Konzernjahresüberschuss. Insgesamt habe die Kommunalkredit Förderzusagen über 4.600 Projekte vergeben und für ihre Kunden rund 5,5 Milliarden Euro auf dem Kapitalmarkt aufgenommen. Etliche große Projekte seien finanziert worden, vor allem im Gesundheits- sowie Infrastrukturbereich. Als Beispiele nannte Platzer die neue Müllverbrennungsanlage der Energie-AG-Tochter AVE in Wels sowie eine Justizanstalt in der deutschen Stadt Offenburg.
Platzer sagte, heuer solle das Volumen der Refinanzierungen für kommunale Infrastrukturprojekte auf rund sechs Milliarden Euro steigen. Das Finanzanlageportfolio solle stärker international ausgerichtet werden. Auch würden mehrere Großprojekte im Infrastrukturbereich sowie in den Sektoren Bildung und Gesundheit finanziert. Weiters kündigte Platzer an, innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen eine „Collateralised Debt Obligation“ (CDO) im Umfang von etwa einer Milliarde Euro zu präsentieren. Über diese könnten sich Privatinvestoren an Eigentumswerten der öffentlichen Hand beteiligen. Eingebracht würden unter anderem Veranlagungen, die durch Vermögenswerte der öffentlichen Hand abgesichert seien. Im Wesentlichen werde es sich dabei um „internationale Assets“ handeln. Das Einbringen von Veranlagungen auf österreichische Vermögenswerte sei vorerst nicht geplant.
Auch Dexia-Kom wächst
Zufriedenstellend entwickelt sich nach Angaben Platzers sowie des dafür zuständigen Kommunalkredit-Vorstands Pascal Becker auch die ausschließlich in Zentral- sowie Osteuropa tätige Dexia-Kommunalkredit (Dexia-Kom). Sie steigerte ihre Bilanzsumme von vier Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 6,3 Milliarden Euro im Jahr vergangenen Jahr. Der Konzernjahresüberschuss hat sich mit 11,3 Millionen Euro gegenüber 4,3 Millionen Euro im Jahr 2005 fast verdreifacht. Mehrere Ausschreibungen für große Verkehrsinfrastrukturprojekte habe die Dexia-Kom gewonnen und finanziere auch den Ausbau des ungarischen Schienennetzes, sagte Becker. Geplant sei, möglicherweise noch heuer in den kroatischen Markt zu gehen, kündigte Becker an.
Mit der Bawag reden
Nicht vom Tisch sei die Zusammenarbeit mit der Bawag, betonte Platzer. Die Kommunalkredit war zwar mit dem Wunsch nach Übernahme der Bawag gescheitert. Sie sieht aber nach wie vor die Möglichkeit, bei der Betreuung kleinerer Gemeinden zusammenzuarbeiten. Über das Außenstellennetz der Bawag-PSK könnten diese im Zusammenhang mit Projektfinanzierungen angesprochen werden, das operative Geschäft würde die Kommunalkredit selbst erledigen. Erst mit Anfang Mai werde der neue Bawag-Eigentümer Cerberus die ehemalige Gewerkschaftsbank übernehmen, und dann werde sich zeigen, ob dieser Interesse an einer Kooperation habe, sagte Platzer: „Wir sind jedenfalls gesprächsbereit.“ Allerdings habe er auch kein Problem, wenn die Zusammenarbeit nicht zustande komme. Bereits jetzt werde das Netz der Volksbanken-AG, der die Kommunalkredit zu 50,78 Prozent gehört, zur Betreuung kleinerer sowie mittelgroßer Gemeinden genutzt. Etwa 50 Aufträge mit einem Durchschnittsvolumen von einer Million Euro seien bisher auf diesem Weg akquiriert worden.
Warten auf Energie- und Klimafonds
Zum Thema Finanzierungen im Klimabereich sagte Platzer, die dafür zuständige Kommunalkredit Public Consulting (KPC) habe rund die Hälfte der von ihr nach derzeit geltender Klimastrategie für den Bund anzukaufenden Emissionszertifikate über 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent unter Vertrag. Der Durchschnittspreis pro Zertifikat habe sich bei etwa zehn Euro bewegt. Zertifikate über etwa 17,5 Millionen Tonnen müsse die KPC nach gegenwärtigem Stand noch kaufen. Abzuwarten sei, was die neue Klimastrategie vorsieht, die Umweltminister Josef Pröll am 21. März präsentieren will. Der Entwurf sieht vor, ab heuer Zertifikate über neun Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr zu kaufen. Die bisherige Einkaufsmenge belief sich auf Zertifikate über sieben Millionen Tonnen pro Jahr. Platzer sagte, er gehe davon aus, dass sein Haus auch im Zusammenhang mit dem seitens der Bundesregierung angekündigten „Energie- und Klimafonds“ Aufgaben zu erfüllen haben werde. Auch den Fonds will die Regierung am 21. März vorstellen. Ein Beschluss des Ministerrats vom Dezember 2006 sieht vor, ihn mit 500 Millionen Euro über die gesamte Legislaturperiode zu dotieren. Diese Mittel sollen aus den Dividenden der ÖIAG (250 Millionen Euro) und des Verbunds (125 Millionen Euro) sowie aus dem Bundesbudget (125 Millionen Euro) kommen. Fix ist das aber noch nicht.
Nachfolger von Bildungsministerin Claudia Schmied soll im Kommunalkredit-Vorstand Controlling-Chef Leopold Fischer Fischer werden. Der Aufsichtsrat der Kommunalkredit tagt am 28. März und soll unter anderem auch diese Entscheidung fällen.