Rankings nur „richtig“ bewerten - umweltpolitische Folgerung: weniger, aber besser regulieren und auf Umwelttechnik setzen
(Wien, 01.09.2006) Den Wind aus den Segeln nehmen will die Wirtschaftskammer (WKO) den Kritikern ihres jährlichen Vergleichs der Umweltsituation in Österreich mit der in anderen Ländern, in dem die Republik stets bestens abschneidet. Deshalb fasst sie heuer die Ergebnisse von sieben internationalen Rankings zusammen und stellt diese ihrem vorjährigen Ranking gegenüber. Und siehe da, das Ergebnis ist das selbe: Österreich ist auch so gesehen spitze oder wenigstens im Spitzenfeld.
Die Rankings, in denen Österreich auf den ersten Blick nicht so gut dastehe, müssten nur richtig betrachtet werden, so der Nachhaltigkeitskoordinator der WKO, Christoph Haller. Bei „Progess-Indikatoren“, die die Entwicklung in einem bestimmten Zeitraum zeigten, würden etwa Leistungen vor diesem Zeitraum zu wenig beachtet. Bei „Distance-to-target-Indikatoren“, die zeigten, dass Österreich meilenweit von seinem Kyotoziel entfernt ist, sei wiederum zu festzuhalten: „Wir haben ein sehr ambitioniertes Ziel. Das schadet uns bei solchen Indikatoren natürlich. Betrachtet man dagegen die Treibhausgasemissionen pro Kopf, steht Österreich sehr gut da.“
Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik der WKO, zieht die wenig überraschende Schlussfolgerung: „Letzten Endes sind wir wieder ganz vorne mit dabei, wie schon seit Jahren.“ Natürlich dürften sich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nicht mit dem bisher Erreichten zufrieden geben. Es sei noch viel zu tun. Und die Wirtschaft wolle auch mitmachen, wenn das in der richtigen Weise geschehe. Die Devise für die Umweltpolitik laute daher, weniger, aber dafür besser zu regulieren - insbesondere im Bereich des Abfallrechts -, mehr Anreize zu bieten und vor allem auf Umwelttechnologie zu setzen. Diese Botschaft wolle die WKO auch im anlaufenden Nationalratswahlkampf verbreiten, sagte Schwarzer.