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WIRTSCHAFT DETAILS
Umweltminister Pröll:
MUT ist kein
Wahlkampfthema
Foto: BMLFUW
Umwelttechnologie-Masterplan soll bis März 2007 vorliegen


Kein Förderprogramm, sondern Koordinationsplattform - vorerst 40 Unternehmen beteiligt - Budgetierung und organisatorische Zuordung noch offen

(Wien, 21.08.2006) Bis März kommenden Jahres wollen Umweltminister Josef Pröll und der niederösterreichische Umweltlandesrat Josef Plank einen „Umwelttechnologie-Masterplan“ (MUT) für Österreich vorlegen. Pröll sagte, im Umwelttechniksektor gebe es in Österreich „viele Firmen mit großen Chancen“, insbesondere auf den neuen Märkten ins Süd- und Osteuropa. Notwendig sei daher, die Anstrengungen, um diese zu erschließen, zu koordinieren. Allerdings gehe es nicht darum, eine neue Förderschiene aufzubauen, sondern darum, eine Drehscheibe für bessere Zusammenarbeit zu schaffen. Unter anderem solle diese den Unternehmen den Zugang zu den bestehenden Förderungen erleichtern.
Wer den MUT entwickeln wird, steht noch nicht fest. Ebenso offen ist, was dessen Umsetzung kostet und wo seine Koordinationsstelle angesiedelt sein wird. „Vorerst einmal laufen die Fäden bei mir zusammen“, sagte Plank.
Etwa 40 Unternehmen und Institutionen arbeiten an der Erstellung des MUT mit, von der Altstoff Recycling Austria (ARA) und die Bundesforste über die Wien-Energie-Tochter Energiecomfort , die EVN die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), die Industriellenvereinigung (IV), die oekostrom AG, die OMV, die Porr AG, Siemens und die Wirtschaftskammer (WKO) bis zur Wopfinger Baustoffindustrie (BauMit). Mit dabei ist auch die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien. Geschäftsleiter Kurt Miesenböck: „Wir sind seit vielen Jahren an Unternehmen wie dem Zuckerkonzern Agrana und der Niederösterreichischen Molkerei AG (NÖM) beteiligt. In den letzten jahren haben wir rund 100 Millionen Euro in Umwelttechnik investiert und suchen jetzt nach neuen Investitionsmöglichkeiten.“ Da komme seinem Unternehmen der MUT gerade recht. Für grundsätzlich gut hält den MUT auch oekostrom-Geschäftsführer Ulfert Höhne: „Wir erhoffen uns davon, dass die beteiligten Unternehmen gemeinsam die neuen Märkte erschließen statt sich kleinlich um Brosamen zu streiten.“ Jetzt gehe es darum, konkrete Schritte zu setzen, und das möglichst noch in den kommenden Wochen.
Laut einer Studie des WIFO vom Dezember 2005 wuchs die Umwelttechnikbranche zwischen 2000 und 2003 um rund 7,7 Prozent pro Jahr, die Sachgüterproduktion insgesamt jedoch nur um zwei Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor erhöhte sich von 11.000 im Jahr 1993 auf 17.200 im Jahr 2003.
Mit dem anlaufenden Wahlkampf habe der MUT übrigens nichts zu tun, betonte Umweltminister Pröll: „Das ist ein langfristig angelegtes Programm, das weit über die kommende Legislaturperiode hinaus wirken wird.“


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