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TECHNOLOGIE DETAILS
Komarom: vorerst 150.000 Tonnen
Biodiesel pro Jahr Bild: Niko Formanek
Österreichisch-ungarisches Biodiesel-Jointventure


Ab 2008 rund 150.000 Tonnen Biodiesel pro Jahr - Investitionssumme 40 Millionen Euro

Das österreichisch-ungarische Gemeinschaftsunternehmen Rossi Biofuel Zrt. investiert rund 40 Millionen Euro in den Bau einer Anlage zur Erzeugung von Biodiesel am Raffineriestandort Komárom des ungarischen Ölkonzerns MOL. Ab Jänner 2008 sollen rund 150.000 Tonnen Biodiesel pro Jahr hergestellt werden. Die MOL übernimmt davon rund 120.000 Tonnen, der Rest soll auf dem freien Markt verkauft werden. Um das – nicht rechtsverbindliche – EU-Ziel einer Biodieselbeimengung von 5,75 Prozent ab Oktober 2007 zu erreichen, wären in Ungarn rund 300.000 Tonnen Biodiesel nötig.
Rossi Biofuels wird als größtes österreichisch-ungarisches Gemeinschaftsunternehmen bezeichnet. Es gehört zu 25,1 Prozent der MOL und zu 74,9 Prozent der Rossi Beteiligungs GmbH des ungarischen Honorarkonsuls Rudolf Roth. An Eigenkapital stellt Roth rund 20 Prozent der Investitionssumme bereit, somit acht Millionen Euro. Der Rest wird fremdfinanziert. Auch EU-Förderungen sollen nach Möglichkeit herangezogen werden.
Hergestellt wird der Biodiesel vorerst aus Raps. Das verwendete Verfahren erbringt laut Roth rund 0,8 Kilogramm Kraftstoff pro Kilogramm Raps. Wer den Raps liefere, stehe noch nicht fest, sagte Roth auf Anfrage. Ein Drittel der erforderlichen Menge von rund 187.500 Tonnen Raps sei aber bereits kontraktiert. Er räumte ein, sich der Problematik des Rapsanbaus bewusst zu sein. Die dafür nötigen großen Mengen an Stickstoffdüngern überdüngen die Gewässer und versäuern die Böden. Um das zu vermeiden, kann nur alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche Raps angebaut werden. Umstritten ist die Klimarelevanz von Biodiesel. Die Angaben hinsichtlich der Treibhausgasemissionen von Biodiesel schwanken zwischen 20 und 80 Prozent der Menge, die bei der Verwendung normalen Diesels anfällt. Weil Raps anfällig für Schädlinge wie den Rapsglanzkäfer und die Kohlhernie, eine Pilzerkrankung, ist, gibt es Versuche, ihn gentechnisch zu verändern. Deren Auswirkungen sind ebenfalls umstritten.
Darauf angesprochen, sagte Roth, der im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens erzeugte Biodiesel gehöre zu den Biokraftstoffen der ersten Generation. Er rechne damit, dass neue Erzeugungsmöglichkeiten entwickelt würden. Was den Flächenbedarf betrifft, gebe es kein Problem, da in Ungarn beträchtliche Mengen an Brachflächen verfügbar seien. Auch eine Erweiterung der Erzeugungskapazitäten in Komárom sei kein Problem. Dort gebe es Platz genug.


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