„Katrina“ zu Besuch: Die Hurrikanschäden in den USA beliefen sich 2005 auf rund 50 Milliarden Dollar. Foto: NOAA/US NAVY
Versicherungsexpertin: Klimawandel ist ein dringliches Problem
Vergangenes Jahr Schäden von rund 70 Milliarden Euro durch extreme Wetterereignisse - Intensität von Stürmen nimmt zu - Anpassung an Klimawandel wichtig
(Wien, 17.03.2006) „Für uns in der Versicherungswirtschaft gibt es keinen Zweifel: Der Klimawandel ist ein Problem, und zwar ein dringliches.“ Das sagte Jane Milne, Expertin für Klimawandel der Association of British Insurers (ABI), bei der Konferenz „Energy Paths 2050“ in Wien.
Bis 1990 habe die Versicherungswirtschaft im Durchschnitt jährliche Schäden durch Unwetter in der Höhe von etwa 16 Miliarden US-Dollar (13 Milliarden Euro) verzeichnet. Im Jahr 2004 dagegen beliefen sich diese Schäden auf 40 Milliarden US-Dollar (32,8 Milliarden Euro), vergangenes Jahr stiegen sie auf 83 Milliarden Dollar (68,1 Milliarden Euro). Allein die Schäden durch die Hurrikane in den USA beliefen sich auf 60 Milliarden Dollar (49,2 Milliarden Euro).
Erst der Anfang
Und das sei höchst wahrscheinlich erst der Anfang der Malaise, warnte Milne. Nach Ansicht von Experten, die die ABI beauftragt habe, habe sich die durchschnittliche Windgeschwindigkeit atlantischer sowie westpazifischer Wirbelstürme (Hurrikane und Taifune) um sechs Prozent erhöht. Die in den USA zu erwartenden Schäden durch „Jahrhundertstürme“ wie „Katrina“, die New Orleans verwüstete, erhöhten sich dadurch um 41 Milliarden US-Dollar (33,6 Milliarden Euro). Und dabei handle es sich um „vorsichtige Schätzungen“, so Milne.
Anpassung tut not
Zusätzlich zu den internationalen Anstrengungungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen (Mitigation) sei es daher dringend geboten, die „Verwundbarkeit“ der Gesellschaft durch klimabedingte Ereignisse zu reduzieren, betonte die Expertin. Das bedeute auch, die Raumplanung entsprechend zu adaptieren und Immobilien nicht in potenziellen Überflutungsgebieten zu errichten. Außerdem gelte es, die Hochwasserschutzbauten in geeigneter Weise zu verstärken und auszubauen.
„Die Anpassung (Adaption) ist kurzfristig wesentlich wirksamer als die Mitigation. Aber wir werden beide Arten von Maßnahmen brauchen“, sagte Milne. Denn moderne Industriegesellschaften hätten die finanziellen und damit auch die technischen Möglichkeiten, sich zu schützen. In Entwicklungsländern sehe es damit erheblich trüber aus.