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NACHRICHTEN DETAILS
Verein Öko-Zwentendorf will ehemaliges AKW von EVN kaufen


(Wien, 25. 8. 2005) Allzu lange werde die EVN das soeben erworbene Atomkraftwerk Zwentendorf nicht behalten, gibt sich Erwin Feitzinger vom Verein "ÖKÖ Zwentendorf" überzeugt. Mitglieder des Vereins bemühen sich seit gut einem Jahr, das bekanntlich nie in Betrieb gegangene Kraftwerk zu erwerben, um dort eine Biodieselfabrik zu installieren. Und jetzt will Feitzinger auch einen Financier gefunden haben. Ihm zu Folge ist die Vorarlberger Rhomberg Bau bereit, den kolportierten Preis für Zwentendorf, rund drei Millionen Euro, sowie die rund 40 Millionen Euro für die Biodieselfabrik zu bezahlen. Diese habe eine solche Anlage in Tschechien geplant, dort aber keine Möglichkeit gefunden, die nötigen Rohstoffe für den angeblich grünen Sprit zu produzieren. Weshalb er, Feitzinger, mit Rhomberg Kontakt aufgenommen und den Deal schriftlich fixiert habe.
Dass die EVN wohl oder übel mitspielen werden, hält Feitzunger ebenfalls für realistisch: „Die haben kein Nutzungskonzept. Das einzige, was ihnen aus der Übernahme vorerst entsteht, sind Kosten für die Instandhaltung. Also werden sie schlecht sagen können: Wir behalten das Kraftwerk, wenn es einen Investor mit einem Nutzungskonzept gibt.“ Die Vertragsverhandlungen sollten ehestmöglich beginnen. Schiefgehen könne die Angelegenheit allerdings immer noch, räumt Feitzinger ein: "Gelaufen ist noch nichts."
Dies betont auch der Wiener Wirtschaftsjurist Franz Schindl, ebenfalls Mitglied des Vereins ÖKO Zwentendorf. Feitzingers Preisangaben will er nicht kommentieren. Darüber sowie über andere Details der Zwentendorf-Übernahme werde noch verhandelt.

Rhomberg bestätigt

Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhomberg Bau, bestätigt die Existenz einer schriftlichen Erklärung, laut derer sein Unternehmen grundsätzlich an Zwentendorf interessiert ist. Der Standort sei für eine Biodieselfabrik und möglicherweise auch andere Produktionsanlagen im Bereich erneuerbare Energien sehr gut geeignet: „Die Frage ist, was bekommen wir, und wir können wir das nutzen." Bezüglich Biodiesel müsse außerdem geklärt werden, ob die Produktion in Zwentendorf konkurrenzfähig erfolgen könne. Europaweit seien bekanntlich etliche Anlagen im Bau.
Für die Rhomberg Bau ist Zwentendorf nicht der erste Schritt ins Energiegeschäft. Laut Geschäftsführer Rhomberg ist sie mit Altspeiseölkraftwerken von rund fünf Megawatt installierter Gesamtleistung der zweitgrößte Stromproduzent Vorarlbergs - "natürlich mit gewaltigem Abstand zum ersten“, sprich, dem Illwerke-VKW-Konzern.

EVN: "Sind offen für Gespräche"

Seitens der EVN hieß es gegenüber dem UMWELTSCHUTZ, es gebe etliche Möglichkeiten, Zwentendorf zu verwerten, unter anderem den Bau eines thermischen Kraftwerks. Der Standort sei dafür ideal. Gerne werde aber mit anderen Interessenten gesprochen, darunter auch Feitzingers Verein. Die nächsten Verhandlungen sollen voraussichtlich Ende August/Anfang September stattfinden.

Veteranen mobilisieren

Feitzinger versucht unterdessen, die seinerzeitigen Zwentendorf-Gegner für eine Mitgliedschaft im Verein zu gewinnen. Diese sollten auch zur Finanzierung der dort geplanten Ökoenergieprojekte beitragen: "Ich könnte mir vorstellen, dass jedes Vereinsmitglied um die 30 bis 40 Euro bezahlt. Dafür gibt es Anteilsscheine, die später in Vorzugsaktien der Biodiesel-AG umgewandelt werden." "Tausende" Kraftwerksgegner wolle er dafür gewinnen, betont Feitzinger. Potenter medialer Unterstützung wisse er sich dabei sicher: Die Kronenzeitung habe ihre Hilfe zugesagt. (kf)

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