Verbund: Mehr Umsatz, weniger Gewinn
VERBUND, Österreichs führendes Stromunternehmen mit Schwerpunkt Wasserkraft, hat über die ersten drei Quartale 2011 Bilanz gezogen. Die Zahlen: Umsatz +17 Prozent, Konzernergebnis -6,2 Prozent, operativer Cashflow +23,5 Prozent.
Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 313,3 Millionen Euro gesunken. Laut VERBUND hat die anhaltend starke Abwertung der türkischen Lira zum Euro und zum US-Dollar das Beteiligungsergebnis aus den türkischen Gemeinschaftsunternehmen belastet. Zudem musste der bestehende Gasliefervertrag für das Kraftwerk Pont-sur-Sambre zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Dies wirkt sich auf das Ergebnis negativ aus, ist aber nicht cash-wirksam. Der operative Cashflow ist im Vergleich zum Vorjahr um 23,5 Prozent gestiegen.
Der Umsatz des Unternehmens ist in den ersten neun Monaten 2011 aufgrund des erhöhten Absatzes an Händler und Weiterverteiler gegenüber dem Vorjahr um knapp 17 Prozent gestiegen - trotz der geringen Wasserführung der Flüsse. Diese lag um 12 Prozent unter dem vieljährigen Durchschnitt und um neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Laufkraftwerke erzeugten daher deutlich weniger Strom. Auch die Erzeugung der Speicherkraftwerke lag um 6,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Insgesamt sank die VERBUND-Stromerzeugung aus Wasserkraft im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent auf 18.883 GWh. Die Erzeugung aus Wärmekraft hingegen stieg um 17,4 Prozent auf 3478 GWh, die Erzeugung aus Windkraft stieg um 16 Prozent auf 13 GWh.
VERBUND-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber: "Europas Energiewirtschaft befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Dazu kommen die derzeit unsicheren Rahmenbedingungen der europäischen wie der globalen Wirtschaft, die keine Branche unberührt lassen. Auch ein gesundes und starkes Unternehmen wie VERBUND muss sich daher fokussieren und effizient aufstellen. Und das tun wir."
Der schrittweise Ausstieg Deutschlands und der Schweiz aus der Atomkraft sowie das "Nein" der italienischen Bevölkerung zur Nuklearenergie sind laut VERBUND Zeichen für den Wandel in der Energiewirtschaft. Parallel dazu findet die Wende zu erneuerbaren Energien statt: Die Bedeutung der Stromerzeugung aus Wasserkraft ist gestiegen, der Ausbau von Wind- und Sonnenkraft in Europa wird gefördert.
Wasserkraftwerke haben an Wert gewonnen
Der Wert der VERBUND-Wasserkraftwerke hat sich nicht zuletzt mit dem Atomausstieg Deutschlands nachhaltig gesteigert. Dies werde einerseits durch das deutliche Bekenntnis der Entscheidungsträger zum Ausbau der erneuerbaren Energien und andererseits durch höhere Margen der zertifizierten Stromerzeugung aus Wasserkraft bestätigt. Nach Werthaltigkeitsprüfungen wurden beim Donaukraftwerk Freudenau sowie bei den Laufkraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau Wertzuschreibungen von 312,6 Millionen Euro durchgeführt. Diese Wasserkraftwerke waren im Zuge der Liberalisierung der europäischen Stromwirtschaft um 481 Millionen Euro wertberichtigt worden. Der Wert des in Bau befindlichen Gas-Kombikraftwerks Mellach wurde hingegen um 110,3 Millionen Euro gemindert.
