
Abfall
Dokumentationspflichten binden Abfallwirtschaft
Rohstoff aus Abfall: Branche wandelt sich zu moderner Ressourcenwirtschaft
Österreich ist seit Jahren Vorreiter in der europäischen Abfallwirtschaft. Die heimischen Abfall- und Abwasserunternehmen sind international top und überzeugen immer wieder mit herausragenden Leistungen — sowohl im technischen als auch im fachlichen Bereich. Darüber hinaus ermöglichen flächendeckende Samme/lsysteme die optimale Aufbereitung bzw. Wiederverwertung für die unterschiedlichsten Abfallsorten.
Die Fachgruppe Abfall- und Abwasserwirtschaft hat sich zur Aufgabe gesetzt, diese Unternehmen in Rechtsfragen zu unterstützen und sinnlose oder erschwerende Hürden durch den Gesetzgeber aus dem Weg zu räumen. „Vor allem überbordende Dokumentationspflichten machen den Betrieben aktuell zu schaffen“, so Fachgruppenobmann Dr. Karl-Heinz Gratz. „Abfallströme müssen gemeldet, Verwertungsketten dokumentiert, die Herkunft und der Weiterweg gebrauchter Betriebsflüssigkeiten Liter für Liter aufgezeichnet werden. Zusätzlich müssen Verwertungsquoten erfüllt und alles am Besten noch kostenlos und in ganz Österreich vom Verbraucher abgeholt werden.“
Extrem überreguliert
Fachgruppengeschäftsführer Mag. Thomas Wolfmayr ergänzt: „Löbliche Gedanken im Sinne des Umweltschutzes. Jedoch dermaßen überreguliert, dass die Meldeaufgaben für viele Warenhersteller und Importeure aber auch Abfallsammelbetriebe nur mehr mit Hilfe von Profis, die sich ausschließlich mit dem Meldewesen und den juristischen Feinheiten befassen, zu bewältigen sind.“
Bindeglied zwischen Gesellschaft und Industrie
„Als Abfallwirtschaft sehen wir uns als wichtiges Bindeglied zwischen Gesellschaft und Industrie“, so Gratz. „Wir schließen die Stoffkreisläufe und machen aus Abfällen Rohstoffe. Die heimische Abfallwirtschaft ist somit auf dem besten Weg, sich zu einer modernen Ressourcenwirtschaft zu entwickeln. Das ist für die Wirtschaft von immenser Bedeutung, denn bestimmte Rohstoffe werden knapper und die Rohstoffpreise steigen. Ebenso steigen wird die Bedeutung der Recyclingbetriebe als Rohstofflieferanten“. In Zukunft wird das rohstoffarme Europa vermehrt auf Rohstoffe aus dem Recycling zurückgreifen müssen, um nicht vollkommen von Rohstoffimporten abhängig zu sein
