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Mobilität

Radfahren unter der Lupe

Eine Studie hat untersucht, wie mehr Menschen zum Radeln bewegt werden können.

Das Land Niederösterreich hat sich mit der Initiative RADLand zum Ziel gesetzt, den bestehenden Radverkehrsanteil von sieben Prozent im Jahr 2007 auf 14 Prozent im Jahr 2012 zu erhöhen. Um dies zu erreichen, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen.
Unter anderem soll die Studie "Einflussfaktoren auf den Radverkehrsanteil am Beispiel der Gemeinden Mäder, Pfaffstätten, Purkersdorf und Wolfurt" helfen, den Anteil der Radler am Gesamtverkehr zu erhöhen. Zwei Vorarlberger Gemeinden (Mäder, Wolfurt) mit einem hohen Radverkehrsanteil wurden mit zwei nö. Gemeinden (Pfafstätten, Purkersdorf) mit ähnlichen Voraussetzungen, jedoch weniger Radfahrern, verglichen. Untersucht wurden der Alltagsradverkehr und nicht das Pedaltreten in der Freizeit. Für die Studie zeichnen die nö. Landesregierung,  "die umweltberatung"  und das Kuratorium für Verkehrssicherheit verantwortlich.

Vorarlberg hat bundesweit höchsten Radanteil

Vorarlberg wurde als Referenz herangezogen, weil es mit 14 Prozent den bundesweit höchsten Radverkehrsanteil aufweist. Durch die Studie kommt zutage, dass in den Vorarlberger Gemeinden Mäder und Wolfurt beinahe 100 Prozent der Befragten ein Fahrrad besitzen; in NÖ ist der Anteil um zehn Prozent niedriger. Am häufigsten wird das Fahrrad in der Gemeinde Wolfurt benützt. 87 Prozent der Befragten nutzen das Fahrrad täglich oder mehrmals pro Woche. In der nö. Vergleichsgemeinde Purkersdorf liegt dieser Wert bei 43 Prozent.
In den Vorarlberger Gemeinden ist die Zufriedenheit mit der vorhandenen Radverkehrsinfrastruktur (Radfahranlagen, verkehrsberuhigende Maßnahmen, Sicherheitsaspekte) deutlich höher als in den beiden nö. Gemeinden: In Mäder sind 90 Prozent der befragten Personen mit der vorhandenen Radverkehrsinfrastruktur sehr zufrieden bzw. zufrieden. In der Vergleichsgemeinde Pfaffstätten sind es nur 65 Prozent. In Wolfurt sind 82 Prozent mit der vorhandenen Radverkehrsinfrastruktur sehr zufrieden bzw. zufrieden, in Purkersdorf 57 Prozent.

Für die Studie wurden jedoch nicht nur Verkehrsteilnehmer befragt; die vorhandene Radinfrastruktur in den vier Gemeinden wurde von Experten getestet und zusätzlich von Testpersonen aus den jeweils anderen Gemeinden befahren (Niederösterreicher fuhren auf den Radwegen in Vorarlberg und umgekehrt). Die Vorarlberger Testpersonen stellten zum Beispiel fest, dass der Radverkehr in Purkersdorf und Pfaffstätten eine, gegenüber dem Kfz‐Verkehr, untergeordnete Bedeutung hat und Autofahrer wenig Rücksicht auf die Radfahrer nehmen. Die Vorarlberger Testpersonen bemängelten vor allem die Qualität (fehlender Diebstahlschutz, kein Witterungsschutz, keine Beleuchtung) sowie die fehlende Quantität der Fahrradabstellanlagen bei zentralen Einrichtungen in Purkersdorf und Pfaffstätten.

Den Ergebnissen der Studie sollen nun Taten folgen.  "Für die Forcierung des kommunalen Radverkehrs stellt das subjektive Wohlgefühl der Radfahrer ein entscheidendes Kriterium dar. Hierfür sind sichere und bequeme Radverbindungen genauso wichtig wie die Akzeptanz des Radfahrens in der Gemeinde. Wer sich am Fahrrad wohl fühlt, der benützt es auch häufiger", heißt es in der Studie.
Investitionen in den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur sollen getätigt werden. Unter anderem sollen attraktive und moderene Radabstellanlagen errichtet werden (Diebstahlschutz, Witterungsschutz, Beleuchtung).

Artikelinfos

  • Montag, 21. Mär. 2011

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