Foto: Kovacs

Klimaschutz

15 Jahre Nationalpark Donau-Auen

Jubiläum für eine der letzten großen, weitgehend intakten Flussauen in Mitteleuropa.

Am 27. Oktober 1996 wurde der Nationalpark Donau-Auen, der weite Flächen einer der letzten großen, weitgehend intakten Flussauen in Mitteleuropa umfasst, durch einen Vertrag zwischen dem Bund sowie den Ländern Wien und Niederösterreich gegründet.

Das Schutzgebiet weist ein einzigartiges Mosaik an Wasser- und Landlebensräumen auf, das durch die stets wechselnden Wasserstände der Donau geformt wird. Eine enorme Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten ist hier beheimatet. Weit über 800 höhere Pflanzen, über 30 Säugetier- und 100 Brutvogelarten, 60 Fisch-, acht Reptilien- und 13 Amphibienarten wurden nachgewiesen. Hinzu kommen viele Insekten und ungezählte weitere wirbellose Tiere.

Natur darf wieder Natur sein

Gemäß den vielfältigen Aufgaben eines Nationalparks - Schutz von Fauna und Flora sowie Erhalt und Weiterentwicklung des Naturraumes, Erholungsfunktion, Besucherbetreuung, Umweltbildung und Forschung - wurden in den vergangenen 15 Jahren viele Maßnahmen und Vorhaben umgesetzt. Das Gebiet wurde von wirtschaftlicher Nutzung befreit, Eingriffe werden schrittweise reduziert und dienen nur mehr der Lenkung - Natur darf wieder Natur sein. Zu ausgewählten, gefährdeten Arten wie der Europäischen Sumpfschildkröte oder dem Hundsfisch wurden eigene Schutzprogramme initiiert. Rückbau- und Vernetzungsprojekte an der Donau und den begleitenden Seitengewässern in Kooperation mit der via donau dienen dem Erhalt der ökologischen Funktion und Dynamik der Flussauen. Für seltene Vertreter aus dem Tierreich wie Eisvogel, Seeadler, Flussfische und kiesbrütende Vögel entstehen so wieder geeignete Lebensräume.

Das Exkursions- und Umweltbildungsangebot, begleitet von geschulten Nationalpark-RangerInnen, sowie die Schaffung von Besuchereinrichtungen wie dem schlossORTH Nationalpark-Zentrum und dem nationalparkhaus wien lobAU machen den Nationalpark für seine Gäste erlebbar. Rund 850.000 Besucher haben in den letzten 15 Jahren dieses Angebot genutzt. Die Bedeutung des Gebietes als Naherholungsraum verdeutlichen vergangene Besucherzählungen - über eine Million Eintritte pro Jahr durch Spaziergänger, Radfahrer, Jogger, Wanderer etc. wurden registriert.

Neben den österreichischen Donau-Auen finden sich entlang des Stromes und seiner Zubringer weitere Schutzgebiete mit einzigartiger Flora und Fauna. Das transnationale Netzwerk DANUBEPARKS, initiiert durch den Nationalpark Donau-Auen, koordiniert seit 2009 die donauweite Zusammenarbeit der Reservate in den Bereichen Artenschutz, Revitalisierung und Ökotourismus.


Artikelinfos

  • Sonntag, 23. Okt. 2011

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