
Abfall
Klassisches „Urban Mining“
Wiener Altmetall-Sammel-Unternehmen sorgt mit einem professionellen Blog im Internet („Die Stadt als Mine für Rohstoffe“) für Aufsehen.
Seit über 60 Jahren sammelt das Wiener Unternehmen, derzeit also bereits in der dritten Generation, Altmetalle aus „anthropogenen Lagern“, wie man das seit einiger Zeit nennt. Also Materialien, wie sie auf Baustellen anfallen: ausgediente Heizungskörper, Kupferrohre oder Messingarmaturen, aber auch Kochtöpfe und Elektrogeräte. Und führt diese Metalle dann als Sekundärrohstoffe wieder der Wirtschaft zu. Also klassisches „Urban Mining“, nur sagt man so erst seit kurzer Zeit.
Dass sich der Begriff – und – was noch viel wichtiger ist, das Bewusstsein über die Wichtigkeit von „Urban Mining“ immer mehr durchzusetzen beginnt, findet Brigitte Kranner, die Geschäftsführerin der Firma Altmetalle Recycling Kranner im 20. Wiener Gemeindebezirk, „gut“. Denn tatsächlich ist ja jede Stadt so etwas wie eine Rohstoffmine. Und da Rohstoffe immer knapper und zum Teil auch teurer werden, liege es doch nahe, schon einmal verwendete Rohstoff wieder zu verwenden.
Brigitte Kranner und ihr Mann Felix wollten bei dieser Entwicklung nicht nur dabei sein, sondern sie auch aktiv unterstützten. Das funktioniert heute am besten via elektronische Medien. Und so tat man sich mit einer Agentur zusammen und kreierte einen Blog (www.urbanmining.at) als nicht-kommerzielle, unabhängige Infostelle für Interessierte. Der im August 2011 online ging und seither in der Fachwelt, aber auch bei den klassischen Medien, für große Beachtung gesorgt hat. Unter anderen berichtete das Wissenschaftsmagazin „Newton“ des ORF über Arbeit und Internet-Aktivitäten des Unternehmens. „Nach einem halben Jahr sind wir mit unserem Blog so weit, wie wir das erst in zwei Jahren erwartet haben“, freuen sich die Kranners, die sich in erster Linie als Dienstleister sehen.
Immerhin schreiben für den Blog „Urban Mining“ u.a. Wissenschafter der TU-Wien und der Montanuniversität Leoben. Des weiteren gibt es Hinweise auf Vorträge und Forschungsberichte an den Universitäten, auf wichtige Termine im In- und Ausland, Verweise und Reportagen im Hinblick auf künstlerische Aktivitäten zum Thema „Urban Mining“, Buchbesprechungen, Reportagen (z.B. über freche Kupferdiebe…) und vieles mehr.
Kranner Altmetalle, die eigentlich auf Kleinmengen spezialisiert ist, schafft mit ihren beiden Standorten in Wien und Korneuburg pro Jahr eine Sammelmenge von rund 4.500 Tonnen Nichteisenmetalle und 6.000 bis 8.000 Tonnen Eisen, die dann als Sekundärrohstoffe an Händler und Umschmelzbetriebe in Österreich (z.B. Aluminium) oder Deutschland (z.B. Kupfer und Aluminium) weitergegeben werden. Was einen Umsatz von 15 bis 16 Millionen Euro bringt.
Wer die Idee des „Urban Mining“ unterstützen oder ganz einfach Kontakt suchen will, kann das unter contact@urbanmining.at tun.
