
Energie
Diskussion über Atomkraft
Die Katastrophe in Japan zeigt: Die Atomtechnologie ist keineswegs absolut beherrschbar.
Das japanische Atomkraftwerk Fukushima I hält die Welt immer noch in Atem: Sicher ist, dass bereits radioaktive Strahlung ausgetreten ist und austritt, nachdem das AKW am 11.März durch ein Erdbeben und einen Tsunami schwer beschädigt wurde. Erhöhte Strahlenwerte wurden in der Umgebung, im Meer und auch in Tokyo gemessen.
Deutschland hält an Atomenergie fest
Während in Japan angestrengte Versuche laufen, die Lage in den Griff zu bekommen, wird in Europa intensiv über die Konsequenzen aus der Katastrophe debattiert und die aktuelle Energiepolitik in Frage gestellt. Der deutsche Energie-Kommissar Günther Oettinger lässt verlauten: "Wie müssen uns die Frage stellen, ob wir künftig nicht ohne Kernenergie auskommen." Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel reagiert auf die aktuellen Ereignisse mit der Ankündigung, die Verlängerung der Laufzeiten für deutsche AKW für drei Monate auszusetzen. Sieben Atommeiler sollen kurzfristig vom Netz gehen. An der Atomkraft an sich hält Merkel allerdings fest: "Wir wissen, wie sicher unsere Kernkraftwerke sind. Sie gehören zu den weltweit sichersten."
Österreich: SPÖ-Initiative für Atomausstieg
In Österreich setzen sich unter anderem die Grünen und verstärkt auch die SPÖ für einen europaweiten Ausstieg aus der Kernenergie ein. Bundeskanzler Werner Faymann hat mit der deutschen SPD eine gemeinsame europäische Initiative für einen langfristigen und schrittweisen Atomausstieg gestartet. "Es ist an der Zeit, unser Wort international zu erheben und auf einen Atomausstieg zu drängen", so Faymann. Auch eine Umgestaltung des Euratom-Vertrags, zu einem Vertrag über Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke und über den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft sei denkbar.
